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12. Februar 2010 |  Praxismanagement und Praxismarketing

„CAD/CAM stärkt meine berufliche Zuversicht“

Generalist konzentriert sich auf Patientenkomfort und klinisch bewährtes Restaurationssystem –

 

Die Spezialisierung auf dem Praxisschild scheint für viele Zahnärzte ein attraktives Konzept zu sein, um ihr Behandlungsprofil in der Öffentlichkeit zu schärfen. Hingegen orientiert sich die Position des Generalisten am Bedarf und an den Erwartungen des Patienten, der in der Regel eine breitgefächerte Kompetenz für seinen speziellen Fall erwartet.,

Dr. Peter Schneider ist Autor dieses Beitrags.

Der Spagat zwischen Expertenanspruch und Generalistenverständnis ist schwierig zu bewältigen, geschweige überzeugend zu kommunizieren. Im folgenden Fall hat sich der Generalist methodisch spezialisiert und im Hinblick auf Patientenkomfort und Behandlungseffizienz sein therapeutisches Angebot mit moderner Digitaltechnik verknüpft. Bildgebende und restaurative Systeme, Praxislabor, Dokumentation und die Erfassung der Patientenzufriedenheit wurden in ein praxisinternes Netzwerk eingebunden. Patienten schätzen die zeitsparenden Abläufe und die modernen Versorgungsmethoden, die dem Zahnarzt mehr Zeit für das Beratungsgespräch ermöglichen.

Markus F. Felber, niedergelassener Zahnarzt in München-Feldmoching, lernte schon in Jugendjahren die Methode, Wünsche und Erwartungen von Mitmenschen zu erschließen. „Customer comes first“ war der Leitspruch seines Vaters, der im internationalen Automobilgeschäft tätig war und seinem Sohn neben dem Interesse an Technik auch die Fähigkeit weitergab, auf Menschen zuzugehen und deren Erwartungen aufzuspüren. Dieses extrovertierte Verhaltensmuster sollte sich später für Felber nicht nur in der beruflichen Vorbereitung, sondern auch in der zahnärztlichen Praxis als nützlich erweisen. Die Vorstellung, sein empathisches und technisches Geschick mit der therapeutischen Arbeit am Menschen zu verbinden, veranlasste ihn zum Studium der Zahnheilkunde, das er 1979 bis 1985 an der Medizinischen Hochschule Hannover absolvierte. An die Assistententätigkeit, die ihm auch oralchirurgische Kenntnisse vermittelte, folgte 1987 die Niederlassung als Zahnarzt in München.

Felber war von Anfang an überzeugt, dass er als Anhänger des Generalistenkonzepts seinen Patienten ein breites Behandlungsspektrum anbieten muss, denn er wollte das Vertrauen, das er in unermüdlicher Beratungsarbeit aufgebaut hatte, auch mit einer therapeutischen Kompetenz verbinden. So qualifizierte sich das Praxisteam in Curricula in Zahnerhaltung, Endodontie, Parodontologie, in ästhetisch ausgerichteter Prothetik, Oralchirurgie, Implantatologie und Implantatprothetik.

Auf der technischen Seite investierte Felber in Digitalsysteme wie das strahlungsarme Panoramaröntgen, in ein Intraoralaufnahme- und Bildverarbeitungssystem. Für die Organisation der Praxis- und Behandlungsabläufe richtete er als eine der ersten Praxen ein digitales Funknetz ein. Damit wurden die Patientenerfassung, alle datenerzeugenden und verarbeitenden Systeme miteinander verknüpft und können jetzt an jedem Arbeitsplatz genutzt werden. Der Behandlungsablauf wurde dadurch wesentlich verbessert.

Für die individuelle Patientenberatung wurde eine Lounge eingerichtet, in der Patienten in entspannter Atmosphäre anhand von Schaumodellen konservierende und prothetische Lösungsvorschläge vorgestellt bekommen.

Die Determinanten in Felbers Planung lauteten „evidenzbasierte Zahnmedizin, breites Behandlungsspektrum, ästhetische Lösungen, qualitativ hochwertige Prothetik, digitaler Workflow, mehr Zeit für eine sorgfältige Therapieberatung“. Ferner sollte ein Behandlungssystem für die metallfreie Restauration genutzt werden, das klinisch perfekte Ergebnisse zu wirtschaftlichen Bedingungen bietet sowie schrittweise – je nach Praxisbedarf – erweiterungsfähig sein sollte.

„Wir entschieden uns für das Chairside-System, weil wir unseren Patienten vollkeramische Restaurationen in einer Sitzung, ohne konventionellen Abdruck und ohne Provisorium, anbieten wollten“, erläutert der Zahnarzt. „Damit fertigen wir Inlays, Onlays, Teilkronen und Kronen – und schon im ersten Jahr hatten wir damit 480 Restaurationen hergestellt. Patienten, die insuffiziente Restaurationen austauschen ließen, waren vom Cerec-Verfahren und von der Keramik begeistert. Behandlung in einer Sitzung wurde seitdem zu unserem Aushängeschild.“

„Die Entscheidung, eine Restauration chairside oder labside auszuführen, mache ich von der klinischen Situation, von der gewünschten Ästhetik und vom Arbeitsvolumen abhängig“, so Felber. „Die Herstellung von aufwendigen Kronen- und Brückenrekonstruktionen verlagern wir ins Fremdlabor; dort werden die Keramikgerüste ausgeschliffen und verblendet. Bei rotierten Zahnstellungen, bei Engstand, schwierigen Bissverhältnissen, für funktionskorrigierende Veneers mit Mock-up zur Wachsmodellation zum Beispiel, nehmen wir den konventionellen Abdruck zur externen Ausarbeitung. Der zeitliche und technische Aufwand entscheidet also über den Chairside- oder Labside-Einsatz.“

Um die Zahntechnik stärker in seine Arbeit zu integrieren, rüstet Felber zurzeit den Behandlungsplatz mit der Cerec-Connect-Software aus. Damit werden die mit Cerec AC gefertigten Quadrantenaufnahmen mit Gegenbiss zu einem Modell zusammengerechnet und der Datensatz online an das ZT-Labor gesandt. Durch diese flexible Arbeitsorganisation nutzt der Praxisinhaber die Ressourcen des Fremdlabors. „Mit Cerec Connect hole ich die Zahntechnik an meine Behandlungseinheit, übergebe ein virtuelles, maßgenaues Modell und kann somit zeitaufwendige Prozesse delegieren, sodass ich mich anderen Patienten und Aufgaben widmen kann.“

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