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26. Mai 2010 |  Praxismanagement und Praxismarketing

Mitarbeiter möchten mehr als regelmäßige Gehaltszahlungen

„Wer mit Anerkennung spart, spart am falschen Ort“ – Führung und Personal in der Zahnarztpraxis (3) –

 

Im zweiten Teil der Serie ist die Autorin, Dipl. Wirtschaftspsychologin Silja Fleskes, in einem kurzen Abriss auf verschiedene Führungsstile eingegangen und hat Tipps für die respektvolle und klare Kommunikation zwischen Chef und Mitarbeitern sowie wertvolle Regeln zum Feedback gegeben. Im dritten Teil legt sie dar, wie wichtig Wertschätzung und echte Anerkennung für die Mitarbeiter und ihre Motivation sind.

Führungs- und Kommunikationsseminare werden zuhauf angeboten. Allerdings werden in vielen dieser Seminare Führungsmethoden und -instrumente vermittelt, aber nicht die Voraussetzungen, die ein Chef zum Führen seiner Mitarbeiter braucht.

Methoden sind erst dann wirkungsvoll, wenn sie in positiver Absicht angewendet werden. Die besten rhetorischen Kniffe verfehlen ihre Wirkung, wenn es an Respekt vor dem Gesprächspartner fehlt. Deshalb lege ich in meinen Seminaren den Fokus auf eine offene und wertschätzende Grundhaltung. Dies führt fast automatisch dazu, dass Mitarbeiter sich wahrgenommen und geschätzt fühlen und im Zuge dessen ihre Motivation und Leistungskraft steigen.
Praxischefs klagen immer häufiger, wie schwer es ist, gute Mitarbeiter zu finden und zu halten. Kompetente und fähige Mitarbeiter sind auch für andere Praxen interessant und werden nicht selten mit besseren Konditionen abgeworben. Mitarbeiter möchten mehr als regelmäßige Gehaltszahlungen, deren Bedeutung, sofern sie eine bestimmte Summe nicht unterschreiten, oft überschätzt wird.

„Wer mit Anerkennung spart, spart am falschen Ort.“ Die treffende Formulierung des amerikanischen Unternehmensberaters und Bestseller-Autoren Dale Carnegie zeigt, dass Wertschätzung am Arbeitsplatz eine wesentliche Ressource ist (Semmer, Jacobshagen & Meier, 2006; Siegrist, 1996). Mit Blick auf mangelnde Wertschätzung rückt das Thema in neueren Studien der Stress- und Gesundheitsforschung in den Vordergrund. Denn der Wunsch nach Anerkennung ist ein Grundbedürfnis. Wird uns von anderen Wertschätzung entgegengebracht, fühlen wir uns wahrgenommen und akzeptiert. Ein anerkennendes Wort vom Chef, ein wohlwollendes Lächeln der Kollegin, ein nettes Lob von Patienten – das tut der Seele gut, steigert die Einsatzbereitschaft und stärkt das Gefühl, dazuzugehören.

Im Berufsalltag wird dies oft sträflich vernachlässigt und die Bedeutung der Wertschätzung unterschätzt. Fehlende Anerkennung oder geringschätziges Verhalten können zu erhöhten Fehlzeiten, mangelndem Engagement und verstärkter Fluktuation führen und zu einem erheblichen Kostenfaktor für die Zahnarztpraxis werden.

Wie zeigt man Wertschätzung?

Das Interesse an einer Person und ihrer Arbeit, das Ernstnehmen von Problemen oder das Anhören von Vorschlägen signalisiert Wertschätzung (vgl. Hug, 2003). Auf die Frage, „Was verstehen Sie unter Wertschätzung?“, kamen von Praxismitarbeitern und Zahnärzten in Seminaren die folgenden Antworten: Toleranz, Respekt, Achtung, Anerkennung, Gleichwertigkeit, Fairness, Interesse an meiner Person, Lob, sich selbst wertschätzen, als Mensch wahrgenommen werden und nicht nur als Abrechnungshelferin, angemessener Umgangston, Förderung, herausfordernde Aufgaben, Offenheit und konstruktive Kritik etc.

Wie soll ich eine Mitarbeiterin wertschätzen, die ich nicht mag?

Wenn Sie eine Mitarbeiterin sehr unsympathisch finden, stellt sich die Frage, weshalb Sie sie eingestellt haben und an ihr festhalten. Meist lautet die Antwort: wegen ihrer fachlichen Qualitäten. Sie schätzen also ihre Fachkompetenz.
Entscheidend ist, ob man seine Aufmerksamkeit bei anderen, aber auch bei sich selbst, auf Schwächen und Fehler richtet oder sich an Stärken und Fähigkeiten orientiert. Es bedarf der Bereitschaft und Aufmerksamkeit, die Qualitäten und Stärken einer anderen Person wahrzunehmen. Hilfreich sind dabei folgende Fragen:
• Für welche Aufgabenbereiche ist Person XY eingesetzt oder verantwortlich?
• Was kann XY besonders gut, besser als andere, besser als ich?
• Wo engagiert sich XY und bringt sich besonders ein?
• Wann überraschte mich XY positiv durch ihr Verhalten oder die erzielten Resultate?
• Wofür bin ich dankbar, wenn ich an XY denke?

Mit diesen Fragen rücken Sie die positiven Seiten Ihrer Mitarbeiter in den Fokus. Kombiniert mit der richtigen Einstellung und dem entsprechenden Verhalten können Sie Ihren Mitarbeitern dafür Anerkennung und Lob aussprechen.

Dipolm-Wirtschaftspsychologin Silja Fleskes, Damp   

(Artikel gekürzt)

Den vollständigen Artikel lesen Sie in der DZW 21/10 auf Seite 14.

Literaturhinweise zu diesem Thema können hier heruntergeladen werden.

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