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22. Februar 2010 |  Wirtschaft aktuell

Erwartungen trotz schwierigem Umfeld erfüllt

Straumann steigert Effizienz und Marktanteile – Dank antizyklischer Investitionen bestens positioniert –

 

Trotz anhaltendem Druck durch die globale Wirtschaftskrise entsprachen Nettoumsatz und Margen im Gesamtjahr 2009 den Erwartungen der Straumann Gruppe (Basel/Schweiz), die dank antizyklischer Investitionen für eine Markterholung nach eigenen Angaben bestens positioniert ist. Im Laufe des Jahres 2009 hätten die Wirkungen von schwachem Konsumklima, steigender Arbeitslosigkeit und Kreditbeschränkungen zu nachlassenden Patientenbesuchen in den Zahnarztpraxen und geringeren Volumen bei Implantatverkäufen geführt.

Der globale Markt für Dentalimplantate, restaurative und regenerative Zahnmedizin sei 2009 um geschätzte 6 Prozent geschrumpft, so Straumann. Der Nettoumsatz von Straumann erreichte 736 Millionen Schweizer Franken, 2 Prozent weniger in Lokalwährungen (LW) im Vergleich zum Vorjahr. Die anhaltende Stärke des Schweizer Franken gegenüber den wichtigsten Fremdwährungen führte zu einem ungünstigen Währungseffekt, der zu einem Rückgang des Nettoumsatzes von 5 Prozentpunkten in Schweizer Franken führte. Im Jahr 2009 gab es keine wesentlichen Effekte durch Akquisitionen.

Gilbert Achermann, Präsident und CEO: „Unsere Mitarbeitenden haben in einem sehr herausfordernden Umfeld Großartiges geleistet. Während des gesamten Abschwungs hatten wir unsere Kosten im Griff, haben den Gesamtmarkt übertroffen und innovative Produkte in Schlüsselmärkten lanciert. Wir haben unsere Kundenbasis vergrößert und sind Partnerschaften eingegangen, um unser Geschäftsportfolio zu erweitern. Effizienzsteigerungen und ein starker Free Cashflow ermöglichten uns, antizyklisch zu investieren. Wir haben unser Dienstleistungsniveau beibehalten, die bisherigen Geschäftsfelder gestärkt und unsere Innovationsfähigkeit weiterentwickelt. Damit sind wir für die künftige Markterholung bestens aufgestellt.“

Neue Produkte unterstützen Basisgeschäft

Die Umsätze seien hauptsächlich vom Geschäft mit Soft-Tissue-Level-Implantaten generiert worden, unterstützt von SLActive und gefördert vom Bone-Level-Implantatsystem. Letzteres habe seit seiner Markteinführung gegen Ende 2007 kontinuierlich Marktanteile hinzugewonnen. SLActive erhielt die Marktzulassung respektive die Freigabe in Korea sowie in China und ist nun in mehr als 70 Ländern erhältlich. Im Berichtsjahr habe man einen Meilenstein erreicht, so Straumann: Seit der Einführung 2005 wurden mehr als eine Million SLActive-Implantate verkauft. Für die Abdeckung des zukünftigen Bedarfs nahm die Gruppe im Werk Villeret eine neue SLActive-Produktionsanlage in Betrieb.

Die Markteinführung von Roxolid in Europa und Nordamerika sei ein weiterer Höhepunkt im Jahr 2009 gewesen. Roxolid, das neue Hochleistungsmaterial für Dentalimplantate, verbinde hohe Zug- und Dauerfestigkeit mit hervorragender Osseointegration. Roxolid wurde für erhöhte Zuverlässigkeit und Vertrauen bei der Verwendung von durchmesserreduzierten Implantaten geschaffen.

Während 2009 die Nachfrage nach Dentalimplantaten schleppend war, konnte die Straumann-Gruppe ihre Verkäufe von CAD/CAM-Kronen und Brücken steigern. Im August meldete Straumann im CAD/CAM-Geschäft den Verkauf von mehr als einer Million individualisierter Kronen- und Brückenelemente seit der Betriebsaufnahme. Angesichts der Tatsache, dass Straumann dieses vergleichsweise junge Geschäft erst seit kurzem internationalisiert hat, stelle auch dies einen wichtigen Meilenstein dar.

Straumanns CAD/CAM-Angebot wurde durch die Erweiterung des Portfolios um die IPS-e.max-Keramiktechnologie von Ivoclar Vivadent (Schaan/Liechtenstein) gestärkt. Die neuen Keramikmaterialien verbänden beispiellose Dauerhaftigkeit mit ebensolchen ästhetischen Eigenschaften. Sie vereinfachten die Herstellung langlebiger Prothetik, welche sich kaum vom natürlichen Zahn unterscheide. Die prothetischen Produkte aus den neuen Materialien seien jetzt in Europa und Nordamerika erhältlich.

Im Bereich der oralen Geweberegeneration führte die Gruppe das Knochen-Aufbaumaterial Straumann-Allograft in den USA ein. Dieses wird im Zuge einer Partnerschaft von LifeNet Health bereitgestellt. Mit diesem Produkt und Straumann BoneCeramic erreicht Straumann mehr als 60 Prozent des US-amerikanischen Markts für dentalen Knochenaufbau, der auf etwa 100 Millionen US-Dollar geschätzt wird. 

An der Spitze der digitalen Revolution

Straumann strebt die Führungsrolle in der digitalen Revolution der Zahnmedizin an und 2009 habe man entscheidende Schritte unternommen, um dieses Ziel zu erreichen. Erstens stieg die Gruppe mit der Akquisition des Dentalbereichs der deutschen IVS Solutions AG in den Bereich der computergeführten Implantatchirurgie ein. Die akquirierte Technologie vereinfache die Planung und Durchführung komplexer Implantatoperationen und reduziere so die Risiken chirurgischer und prothetischer Komplikationen.

Zweitens unterzeichnete Straumann mit Cadent Inc. eine exklusive Vertriebsvereinbarung für den Verkauf des digitalen iTero-Intraoralscanners. Cadent ist ein führender Anbieter von Bildbearbeitungslösungen. Die Scannertechnologie von Cadent vermeide das zeitraubende – und potenziell fehleranfälligere – Standardverfahren, bei welchem Zahnarztpraxen physische Abdrücke erstellen, um anschließend im Labor Gipsmodelle fertigen zu lassen.

Drittens entwickelte Straumann ihren CAD/CAM-Service mit neuen Lösungen und Software-Updates kontinuierlich weiter, was den Zahnlaboratorien mehr Flexibilität und Präzision ermöglicht.

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