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02. März 2010 |  Wirtschaft aktuell

Auch bei den Leistungsanbietern „an Wettbewerbsschraube drehen“

AOK verzeichnet 2009 Überschuss von 771 Millionen Euro – kurzfristige Ausgabenbegrenzungen nötig –

 

Die AOK hat im Jahr 2009 rund 65 Milliarden Euro für Leistungen ihrer Versicherten ausgegeben und einen vorläufigen Überschuss von 771 Millionen Euro erwirtschaftet. Das teilte der AOK-Bundesverband Ende vergangener Woche mit.

„Unser gutes Ergebnis für 2009 bestätigt unseren Kurs. Die Arzneimittel-Rabattverträge der AOK und die Disease-Management-Programme für chronisch Kranke zahlen sich für Versicherte und Beitragszahler aus, denn Kosten- und Leistungsmanagement werden bei uns groß geschrieben“, so Dr. Herbert Reichelt, Vorstand des AOK-Bundesverbands. So sei es gelungen, die AOK-Mitglieder 2009 nicht auch noch durch Zusatzbeiträge zu belasten.

Insgesamt zahlten sich Anstrengungen der AOK, bereits frühzeitig in Leistungs-, Qualitäts- und Kostenmanagement zu investieren sowie eine Vorreiterrolle für neue Vertragsmodelle und Versorgungsprogramme zu übernehmen, jetzt aus. Auch die steigenden Mitgliederzahlen zeigten, dass die AOK unter fairen Rahmenbedingungen im Wettbewerb unter den Krankenkassen gut abschneide. So sei die AOK-Gemeinschaft im vergangenen Jahr um 50.000 Mitglieder angewachsen. Laut AOK hätten sich vor allem junge Berufstätige und Familien mit Kindern für die Gesundheitskasse entschieden.

„Die Stärkung des Wettbewerbs darf sich allerdings nicht auf die Seite der Krankenkassen beschränken“, sagte Reichelt. Er forderte die Politik auf, 2010 auch bei den Leistungsanbietern an der „Wettbewerbsschraube zu drehen, um so die vorhandenen Wirtschaftlichkeitspotenziale heben zu können“. Das geplante Reformvorhaben zur Eindämmung der Kosten bei den patentgeschützten Arzneimitteln nannte er ein richtiges Signal des neuen Bundesgesundheitsministers Dr. Philipp Rösler.

Diese eher mittelfristig ausgelegten Reformansätze könnten aber nicht über die dringende Notwendigkeit hinwegtäuschen, kurzfristige Ausgabenbegrenzungen zu verankern. Sonst seien die für 2010 und 2011 prognostizierten Defizite in der gesetzlichen Krankenversicherung in Höhe von vier Milliarden Euro (2010) und elf Milliarden Euro (2011) nicht zu verhindern.

Gerade nach den politisch gewollten hohen Vergütungssteigerungen bei niedergelassenen Ärzten und Krankenhäusern im vergangenen Jahr müsse sichergestellt werden, dass sich die Ausgabenentwicklung nunmehr im Rahmen der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung bewege.
Reichelt wiederholte vor diesem Hintergrund die Forderung nach Fixierung eines vertretbaren Ausgabenkorridors sowie kurzfristigen Maßnahmen zur Begrenzung der Arzneimittelausgaben.   

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