Chance Praxis - Das Fachmagazin für Praxisgründer

01. Dezember 2010 |  Hochschule

„Frauen in der Wissenschaft mehr ins Bewusstsein rücken“

Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel in der Akademie der Wissenschaften –

 

Deutschland müsse alle Talente fördern, um die Zukunftsfähigkeit der Gesellschaft zu stärken – dazu gehörten auch die Frauen in der Wissenschaft, sagte Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel am 2. November 2010 in der Akademie der Wissenschaften in Berlin. Hier drückte sie den Startknopf für das von der Robert-Bosch-Stiftung initiierte Internetportal „AcademiaNet“, das die Suche nach herausragenden Wissenschaftlerinnen unterstützen soll. Aufgenommen in das Portal werden Wissenschaftlerinnen auf Empfehlung der beteiligten großen Forschungsorganisationen und forschungsnahen Industrieverbände.

Partiell sei für Frauen in der Wissenschaft eine getrennte Ausbildung durchaus sinnvoll, sagte Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel beim Start des Webportals AcademiaNet, hier mit Initiatoren.

Was hier im Großen angelegt ist und Wissenschaftlerinnen aus allen Fachgebieten listet, bereitet der Dentista Club derzeit für Wissenschaftlerinnen und Referentinnen aus der Zahnmedizin vor: In Zusammenarbeit mit der Vorsitzenden des Club-Beirats Wissenschaft, PD Dr. Ingrid Peroz, Charité, wird eine Übersicht erstellt, welche zahnmedizinischen Wissenschaftlerinnen und auch Expertinnen aus der Praxis für Kongress-Vorträge zur Verfügung stehen. Die Frauen in der Zahnmedizin mehr ins Bewusstsein zu rücken, ist eines der Kernkonzepte des Dentista Clubs.

Zahnärztinnen mit Vortragserfahrung sind eingeladen, sich auf der Übersicht eintragen zu lassen.
Dass man bei Fortbildung auch einmal „getrennte Wege“ gehen muss, ist eine Erfahrung, die Merkel offenbar auch in ihrer Physik-Ausbildung gemacht hat – bei der AcademiaNet-Veranstaltung erzählte sie beispielhaft von einem Praxis-Projekt. Während sie noch überlegt habe, wie sie die Herausforderungen am besten angehe, hätten die „Jungs schon alle Finger an allen Knöpfen gehabt“ – und manches Gerät sei schon kaputt gewesen, ehe sie an der Reihe gewesen sei.

Eine partielle Überarbeitung didaktischer Gänge sei daher zu empfehlen. Partiell getrennte Fortbildung ist auch eine Konsequenz aus Erfahrungen, die der Dentista Club gemacht hat: Da, wo es sich als sinnvoll erweist, wird Fortbildung seitens des Verbands exklusiv für Zahnärztinnen gestaltet, Kolleginnenkurse von Zahnärztinnen für Zahnärztinnen nehmen aufgrund des großen Erfolgs rasant zu.

„Flug unter dem Radar“

Nicht alle Karriere-Hemmnisse lägen in den Strukturen, ermahnte Merkel die Damen auf dem abgebremsten Weg nach oben: Mehr Frauen in den Gremien mache deren Arbeit offenkundig nicht schlechter, es sei sinnvoll, sich aktiv einzubringen. Sie habe solche Erfahrungen in der eigenen Partei gemacht, dies gelte aber auch für die Hochschulen. Starre Karriereleitern seien nicht immer hilfreich. In rund zehn Jahren seien bei anhaltender Entwicklung zwei Drittel der Wissenschaftler weiblich – vermutlich sei es dann an der Zeit, sich Gedanken über Männer-Förderung zu machen. An die Frauen in der Wissenschaft und in den naturwissenschaftlichen Fächern appellierte sie: „Trauen Sie sich! Es macht Spaß, eine Stufe weiterzukommen!“

Dass Frauen aktiver werden müssen, zeigte auch die Präsentation von AcademiaNet: Nur wenige Wissenschaftlerinnen kämen nach ganz oben, weil sie sich weniger sichtbar machten, öfter „unter dem Radar fliegen“, sich eher zurückhielten und passiv darauf warteten, berufen zu werden, während Männer sich hier aktiv bemühten. Zudem fehlten Netzwerke. Das neue Portal biete eine eindrucksvolle Anzahl an Vorbildern für den eigenen Berufsweg „nach oben“ – eine Aufgabe, der sich für den Bereich der Zahnmedizin und die Präsenz von Zahnärztinnen in den eigenen Gremien auch der Dentista Club, nicht zuletzt in neuen Kooperationen, stellt.   

Eigenen Kommentar hinzufügen

* - obligatorisches Feld

*




*

Kommentare

Keine Kommentare vorhanden.
Drucken / als PDF ausdrucken
DZW im Abo

DZW im Abo

Jede Woche: Die
Zahnarztwoche im
Abonnement

DZW TV

DZW TV

Informationen aus
der Gesundheits- und
Berufspolitik, Neues
aus der Zahnmedizin,
Hinweise auf
interessante
Veranstaltungen,
Interviews u.v.m.

Kommende Veranstaltungen

Abrechnung Mit uns an die Spitze: Das GOZ 2012–Update 23.05 Willich
Abrechnung, Zahntechnik Zahntechnische Abrechnung nach BEL-II / BEB-97 und BEB-Zahntechnik®, auch in der Implantologie aktuell 23.05 Willich
Abrechnung, Zahntechnik Zahntechnische Abrechnung nach BEL-II / BEB-97 und BEB-Zahntechnik®, auch in der Implantologie aktuell 23.05 Willich
alle Termine öffnen

Amalgam ist nicht unumstritten: Es gibt viele Befürworter, aber ebenso auch viele, die Amlagam ablehnen. Wie halten Sie es in Ihre Praxis?

Ich lehne es aus gesundheitlichen Gründen ab. Ich lehne es aus ästhetischen Gründen ab. Ich verwende es nur auf ausdrücklichen Patientenwunsch. Für mich ist Amalgam bislang ohne Alternative
Hier gelangen Sie zum Umfragearchiv.