
Orale Mikrobiologie, Immunologie und Toxikologie
Drei Randgebiete, die unserer Aufmerksamkeit bedürfen –
Mit den Definitionen dieser drei wissenschaftlichen Disziplinen beginnt eine Zahnmedizin-kompakt-Folge, die für die Prävention, die Therapie und die Nachsorge zahnmedizinischer Erkrankungen mehr und mehr an Bedeutung gewinnt. Mit dem Hinweis auf ein Buch und andere Quellen soll das Interesse an einer intensiveren Beschäftigung mit dieser Materie geweckt werden.
Die Mikrobiologie ist die Wissenschaft von den Kleinlebewesen (Mikroorganismen), die in der Regel mit bloßem Auge kaum oder gar nicht zu erkennen sind und im Vergleich zu Tieren und Pflanzen eine einfache biologische Differenzierung aufweisen.
Grundlagenwissen
Die Immunologie ist die Wissenschaft von den biologischen und biochemischen Grundlagen der körperlichen Abwehr von Krankheitserregern wie Bakterien, Viren und Pilzen, anderen körperfremden Stoffen (zum Beispiel biologische Toxine und Umweltgifte) sowie Störungen und Fehlfunktionen dieser Abwehrmechanismen. Sie ist zwar eine Teildisziplin der Biologie, aber spielt in vielen Bereichen der Medizin und damit auch der Zahn- beziehungsweise Oralmedizin eine zunehmende Rolle. Zentraler Forschungsgegenstand ist das Immunsystem mit seinen zellulären und molekularen Prozessen, die die Erkennung und Inaktivierung von Krankheitserregern und körperfremden Substanzen bewirken.
Die Toxikologie ist die Wissenschaft von den Giftstoffen (Toxinen), den Vergiftungen und der Behandlung von Vergiftungen. Sie ist ein interdisziplinäres Fachgebiet, das meist der Pharmakologie, aber auch der Mikrobiologie und Immunologie angegliedert ist. Ihr Beschäftigungsfeld überschneidet sich dort mit dem der Biochemie, wo die molekularen Grundlagen der Vergiftungen aufgeklärt werden. Daher sind auch viele Chemiker und Biochemiker als Toxikologen tätig. Die Toxikologie ist damit die Lehre von den schädlichen Wirkungen chemischer und biologischer Stoffe auf lebende Organismen.
Mit dem Buch Curriculum Orale Mikrobiologie und Immunologie von R. B. A. Sanderink et al. [1] ist für Studenten der Zahnmedizin ein deutschsprachiges Lehrbuch der oralen Mikrobiologie und Immunologie verfügbar, das auch niedergelassenen Zahnärzten das notwendige Grundlagenwissen in den genannten Fächern vermitteln kann. Nach der Einführung wird über die im Mund- und Rachenraum von Gesunden und Kranken vorkommenden Mikroorganismen informiert. Das Wissen über ihre Genome, Baupläne, Stoffwechselfunktionen und immunogenen Potenzen bildet die Basis für unser Verständnis für das Zusammenleben im Biotop Mundhöhle und für die Entstehung von Krankheitsprozessen. Damit wird auch die Diagnostik, Therapie und Prophylaxe der von diesen Mikroorganismen ausgelösten Erkrankungen erklärt. Eine weitere Basis für das Verständnis dieser Erkrankungen bilden die Erkenntnisse der unspezifischen und spezifischen Körperabwehr.
Innerhalb der oralen Mikrobiologie und Immunologie ergeben sich besondere Schwerpunkte, nämlich die beiden häufigsten oralen Erkrankungen mikrobieller Genese, Karies und Parodontitis. Die meisten oralen Mikroorganismen siedeln sich auf den mit Speichel benetzten Schleimhäuten und supragingivalen Zahnflächen an. Auf den Zähnen bilden sich Biofilme, die eine für das Zusammenleben von Mensch und Mikroorganismen besondere Situation sind und eine ätiologische Voraussetzung für Karies und Parodontitis bilden. In Biofilmen sind Mikroorganismen besonders geschützt gegen Umweltfaktoren wie Chemotherapeutika und Komponenten der Immunabwehr. Hier kommt auch nicht das im Blut und Gewebe vorhandene Abwehrarsenal zum Tragen, sondern nur spezielle antimikrobielle Faktoren der Mundflüssigkeit.
(Artikel gekürzt)
Den vollständigen Artikel lesen Sie in der DZW 8/10 auf der Seite 10.
Die Literaturliste zu diesem Artikel kann hier als PDF heruntergeladen werden.
DZW im Abo
Jede Woche: Die
Zahnarztwoche im
Abonnement
DZW TV
Informationen aus
der Gesundheits- und
Berufspolitik, Neues
aus der Zahnmedizin,
Hinweise auf
interessante
Veranstaltungen,
Interviews u.v.m.



Eigenen Kommentar hinzufügen