
Antikörper könnten Aids-Viren stoppen
Neue Hoffnung auf hochwirksamen Impfstoff –
Zwei Gruppen von Forschern in den USA ist es gelungen, zwei Antikörper zu isolieren, die im Labor 90 Prozent aller bekannten Varianten des HI-Virus stoppen konnten. Das weckt Hoffnungen auf einen Impfstoff gegen Aids, das sich in Afrika, in Russland, Asien und vielen Armutsgegenden der Welt weiter ausbreitet.
Über die zwei Studien unter der Führung der National Institute of Health (NIH) in Bethesda (US-Bundesstaat Maryland) berichtete aktuell das Magazin Science im einem Themenspecial (www.sciencemag.org). Die Erkenntnisse sollen helfen, einen Impfstoff gegen HIV zu entwickeln. Es könnte aber auch andere Infektionskrankheiten gezielt mit ähnlich wirkenden Antikörpern behandelt werden, so die Forscher um Xueling Wu und Tongqing Zhou.
Das HI-Virus verändert immer wieder die Proteine auf seiner Oberfläche und macht es dem Immunsystem und möglichen Impfstoffen damit schwer, Angriffspunkte zu finden. Die jetzt im Blut eines infizierten Patienten, dessen Immunsystem seit Jahren das Virus in Schach halten kann, entdeckten Antikörper greifen die sogenannte CD4-Bindungsstelle an, die bei allen Varianten des Virus gleich ist. Mit dieser Bindungsstelle auf seiner Oberfläche heftet sich der Aids-Erreger selbst an die Zellen des Immunsystems.
Die Abwehrproteine machen sich wohl diesen Schwachpunkt des Erregers zunutze: „Sie blockieren die CD4-Bindungsstelle und machen so das Virus unschädlich – und das bei 91 Prozent der weltweit bekannten HIV-Stämme. Diese enorme Wirkung erklären die Wissenschaftler damit, dass die Struktur der CD4-Bindungsstelle bei allen Erregervarianten nahezu unverändert ist“, schreibt dazu Spiegel online (www.spiegel.de/wissenschaft/medizin). Experten hoffen nun, diese neuen Erkenntnisse in einen Impfstoff umsetzen zu können, der die weltweite Aids-Pandemie stoppen könnte.
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