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20. Mai 2010 |  Zahnmedizin kompakt

„Der ‚Torpedo‘ – Ein Klassiker der Präparationsinstrumente“

Stellungnahme von Ralf Volle, Erfinder und Patentinhaber der Optipräp-Instrumente, zu einem DZW-Beitrag von Dr. med. dent. Karlheinz Kimmel –

 

Einleitend möchte ich bemerken, dass ich die von Dr. Karlheinz Kimmel im DZW-Artikel „Der ‚Torpedo‘ – Ein Klassiker der Präparationsinstrumente“ (DZW 10/10, siehe unten) gewählte Formulierung „sogenannter Erfahrungsbericht “ über den Optipräp-Torpedo (DZW 48/09, Seite 26) absolut unpassend finde. Der Autor dieses Beitrags, Dr. Gerhard Kern, ist ein von vielen Kollegen hoch geschätzter Zahnarzt, der auf einem sehr hohen Niveau arbeitet, ohne klugerweise für sich in Anspruch zu nehmen, nichts mehr dazu lernen zu können, was ihn meiner Meinung nach sehr wohl dazu berechtigt, seine Erfahrungen mit seinen Kollegen zu teilen.

Optipräp-Torpedo Form 290 gemäß DIN EN ISO 6360

Wie vom Autor Kimmel beschrieben, bin auch ich der Meinung, dass die Hohlkehlpräparation auch heute noch, oder sogar erst recht, wie von J. W. McLean  im Jahr 1979 angegeben, die Präparationsform der Wahl ist. Was ich jedoch nicht unwidersprochen stehen lassen kann, ist, dass sich die Mittel und Wege, diese zu erreichen, in den vergangenen 30 Jahren kaum oder gar nicht verändert haben sollen.

So sah sich doch der Autor selbst bemüßigt, dem „legendären“ RCB-Präparations-Set von Prof. Dr. P. L. Lustig, das meinen Recherchen zufolge noch aus insgesamt 20 Instrumenten (elf HM-Instrumente und neun Diamant-Instrumente) bestand, den IIZAT-Satz (Kimmel) mit insgesamt zehn Instrumenten (zwei HM-Instrumente und acht Diamantinstrumente) hinzuzufügen. Dessen einziger Vorteil liegt nach meiner Betrachtung jedoch ausschließlich in der Eindämmung der Instrumentenflut. Die Anwendung der Instrumente wurde in keiner Weise erleichtert. Ich hätte gerne mehr über den IIZAT-Satz (Meisinger Nr. 2503) in Erfahrung gebracht, konnte jedoch weder im aktuellen Katalog noch auf der Homepage von Meisinger etwas darüber finden.

Das mit den „legendären Instrumenten“ und Präparationssätzen ist außerdem so eine Sache, um einmal etwas vom Thema abzuschweifen. Auch der „Silberpfeil“, der 1934 das Eifelrennen gewann, ist eine Legende. Müsste er sich aber mit den Boliden der heutigen Zeit messen, hätte er wohl nicht den Hauch einer Chance. Die Optipräp-Instrumente von BeVo dent (Bad Liebenzell, www.optipräp.de) sind zweifellos solche Boliden der Neuzeit.

Wie vom Autor beschrieben, wurden viele Präparationssätze zusammengestellt mit dem Ziel, den Behandlern zusammen mit einer entsprechenden Schulung (eine Woche lang finde ich auch etwas übertrieben) zu einem besseren Ergebnis zu verhelfen. Das weist deutlich darauf hin, dass die Probleme beim Präparieren einer Hohlkehle tatsächlich existieren. Diese liegen jedoch nicht so sehr im theoretischen Wissen begründet, sondern vielmehr in der praktischen Umsetzung, die durch viele unbeeinflussbaren äußeren Umstände erheblich erschwert wird. Daher hat man immer wieder versucht, die vorhandenen Instrumente zu modifizieren.

Der Sinn der Modifikationen sollte nie sein, die Grundform der Instrumente zu verändern, was sich eindeutig negativ auf das Präparationsergebnis ausgewirkt hätte, sondern die Instrumente beherrschbarer zu machen. Unter diesem Aspekt ist es nicht möglich, die Optipräp-Instrumente, wie vom Autor beabsichtigt oder nicht beabsichtigt geschehen, mit den von ihm angeführten Instrumenten in einen Topf zu werfen. Eine Kühlrille zum Beispiel hat auf die Form der Präparation und deren Umsetzung absolut keinen Einfluss. Der wie auch immer geartete Führungsdorn hat auf Grund seiner „Arbeit“ im Sulkus viele bereits hinlänglich bekannte Nachteile, die zu ignorieren die meisten Behandler nicht bereit sind.

Die beschriebenen Experten-Sets Komet 4573/4573S beinhalten nicht wie vom Autor angegeben torpedoförmige Instrumente, sondern konische, im Endbereich halbkugelförmig verrundete Instrumente (DIN EN ISO-Form 198 im Durchmesser 1,2, 1,8 und 2,1 Millimeter). Diese wurden vom Autor im Artikel in ihrer zylindrischen Form (DIN EN ISO 140) für die Hohlkehl- und Stufenpräparation als ungeeignet beschrieben.

Ich weiß nicht, ob der Autor die Vorteile, die die Optipräp-Instrumente zweifellos bieten, nicht sehen kann oder nicht sehen will. Sogar der IIZAT-Satz könnte bei entsprechender Umrüstung noch optimiert werden. Es könnte dabei mindestens ein Instrument eingespart werden, was eine nochmalige Reduzierung der Instrumentenzahl um 10 Prozent bedeuten würde, bei gleichzeitiger weitaus besserer Handhabbarkeit der Torpedo-Instrumente.

Mit den Optipräp-Instrumenten ist uns auf Grund ihres einzigartigen Designs und der daraus resultierenden Führung innerhalb der Präparation, die wiederum enorme Vorteile bei der Beherrschbarkeit der Instrumente bringen, zweifellos ein großer Schritt in die richtige Richtung gelungen. Die rasant wachsenden Zahlen der Anwender, die von den Optipräp-Instrumenten überzeugt sind, bestätigen dies deutlich.

Was die „risikobehaftete“ grobe Körnung angeht, in der wir diese Instrumente unter anderem anbieten, so richten wir uns in dieser Hinsicht wie jedes wirtschaftlich geführte Unternehmen nach den Wünschen unserer Kunden, denen wir diesbezüglich keine Vorschriften zu machen gedenken. Dabei befinden wir uns, wie vom Autor schon erwähnt, in bester Gesellschaft. Da auch die meisten neueren Präparationssätze größtenteils sogar mehrere Grobkorn-Instrumente beinhalten, ist der größte Teil der Fachwelt wohl der Meinung, dass mit einer ausreichenden Kühlmedienmenge von mindestens 50 Millilitern je Minute einem Einsatz dieser Instrumente nichts im Wege steht.

Im Gegensatz zum Autor bin ich sehr wohl der Meinung, dass sich in der Annäherung an eine Perfektionierung der Hohlkehlpräparation, nicht zuletzt Dank der Optipräp-Instrumente, zumindest in den vergangenen vier Jahren, sehr viel getan hat. Die Aussage von Dr. Kern, „mit diesen Instrumenten kann man eigentlich nichts mehr falsch machen“, bezieht sich nicht auf die Torpedos im Allgemeinen, sondern auf die patentierten Optipräp-Instrumente im Besonderen. Dr. Gerhard Kern ist meiner Meinung nach auf Grund seiner Qualifikationen sehr wohl befähigt, einen Erfahrungsbericht an seine Kollegen weiterzugeben, der diese in ihrem Bestreben, sich zu perfektionieren, entscheidend weiter bringen kann.

Wir haben die Optipräp-Instrumente nicht für die kleine Gruppe der Zahnärzte entwickelt, die der Meinung sind, nach dem einmal erlangten Wissen an ihrem Präparationsstil nichts mehr verbessern zu können, sondern für den weitaus größeren Teil der Behandler, die auch nach teilweise jahrzehntelanger Erfahrung und teils schon fast perfekten Ergebnissen der Meinung sind, sich dennoch weiterentwickeln zu können und zu wollen.

Auf dem vom Autor verwendeten Bild ist nicht das Instrument Optipräp-Torpedo Form 289 gemäß DIN EN ISO 6360 abgebildet, sondern das Instrument Optipräp-Torpedo Form 290 gemäß DIN EN ISO 6360.

Legenden, egal ob Maschinen, Personen oder Instrumente, sollten als das betrachtet werden, was sie sind, nämlich die absoluten Topstars von Gestern.

Ralf Volle, Bad Liebenzell

Artikel "Der Torpedo" von Dr. Karlheinz Kimmel DZW 10/10


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