Chance Praxis - Das Fachmagazin für Praxisgründer

05. April 2011 |  Zahnmedizin kompakt

Der geriatrische Patient als spezielle Patientengruppe in der Senioren-Zahnmedizin

Das Karl-Häupl-Institut der Zahnärztekammer Nordrhein am Düsseldorfer Seestern war am 12. März 2011 Tagungsort der Deutschen Gesellschaft für AlterszahnMedizin (DGAZ). Unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr. Dr. Thomas Beikler und Prof. Dr. Jürgen Becker war der geriatrische Patient das Hauptthema. Den 120 Teilnehmern aus allen Regionen Deutschlands wurde ein konzentrierter Einblick in die besonderen Probleme dieser ständig anwachsenden Patientengruppe geboten.

Das im Jahr 2010 von der Bundeszahnärztekammer (BZÄK), der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV), der Deutschen Gesellschaft für AlterszahnMedizin (DGAZ), der Arbeitsgemeinschaft für zahnärztliche Behindertenbehandlung im Berufsverband der Oralchirurgen (BDO) und dem Institut der Deutschen Zahnärzte (IDZ) erarbeitete Konzept zur vertragszahnärztlichen Versorgung von Pflegebedürftigen und Menschen mit Behinderungen (D. Oesterreich) [1] ist für den geriatrischen Patienten von besonderer Bedeutung. Die bisher unbefriedigende Situation, die der Politik und den Sozialversicherungsträgern wohl bekannt ist, soll zukünftig für eine umfassende Situationsoptimierung sorgen. Gerade die DGAZ-Tagung hat gezeigt, wie wichtig Verbesserungen vor allem für Menschen mit einer eingeschränkten Mobilität sind.

Eine Kernfrage ist dabei, wie viel zahnmedizinische Behandlung dem eingeschränkt belastbaren geriatrischen Patienten überhaupt noch zugemutet werden kann. Die hier vermittelten Antworten waren sicherlich für die Teilnehmer aus der Praxis überaus hilfreich, wobei hier insbesondere die Chirurgie (J. Jackowski), die Parodontologie (T. Beikler), die Endodontie (D. Sonntag) und Implantologie (G. Diedrichs) im Vordergrund standen. Aber auch die Radiologie (A. Künzel) und Mundschleimhauterkrankungen (A. Damanaki) waren wichtige Themen. Die Multimorbidität und die damit zwangsläufig verbundene Multimedikation wurden in mehreren Referaten behandelt. Eine spezielle Rolle spielten die aktuellen Aspekte der Infektionsprävention in Pflegeeinrichtungen (R. Schulze-Röbbecke).

Die ständig interessanter werdende Implantatprothetik (G. Diedrichs) und die mehr und mehr sehr ernst zu nehmende Periimplantitis (N. Sahm) wurden aus geriatrischer Sicht behandelt. Wenn auch alle Referate irgendeinen Bezug nicht nur zur Zahnmedizin hatten, war die Darstellung der endokrinologischen und diabetologischen Aspekte (A. Scherbaum) besonders instruktiv.

Der DGAZ-Präsidentin PD Dr. Ina Nitschke (Leipzig) und ihrem Vizepräsidenten Prof. Dr. Christoph Benz war die Freude deutlich anzumerken, dass viel mehr Teilnehmer zu verzeichnen waren, als ursprünglich angenommen. Dies zeigt das zunehmende Interesse auch der Praxis an der Alterszahnmedizin, und es ist zu hoffen, dass das hier ins Blickfeld gerückte Konzept Früchte tragen wird.

Wenn zuvor die Rede davon war, dass die Inhalte der Referate für ein Lehrbuch der Alterszahnmedizin geeignet wären, ist dies vor allem deshalb anmerkenswert, weil kaum jemand im Auditorium nicht bloß zugehört, sondern auch mitgeschrieben hat, man aber wirklich – selbst bei einem guten Gedächtnis – nicht annähernd alles behalten konnte, so groß war das Feuerwerk der meist praxisnahen Informationen.

Insbesondere die implantologischen Aspekte der Versorgung dieser Patientengruppe erfordern auch vom Zahnarzt ohne implantologische Praxis die Kenntnis der Möglichkeiten und Grenzen, um gerade für einen solchen Patienten nichts zu versäumen.   

Kimmel

Ein Literaturverzeichnis kann unter leserservice@dzw.de angefordert werden.

(Artikel gekürzt)


Den vollständigen Artikel lesen Sie in der DZW 14/11 auf Seite 10.

Eigenen Kommentar hinzufügen

* - obligatorisches Feld

*




*

Kommentare

Keine Kommentare vorhanden.
Drucken / als PDF ausdrucken
DZW im Abo

DZW im Abo

Jede Woche: Die
Zahnarztwoche im
Abonnement

DZW TV

DZW TV

Informationen aus
der Gesundheits- und
Berufspolitik, Neues
aus der Zahnmedizin,
Hinweise auf
interessante
Veranstaltungen,
Interviews u.v.m.

Kommende Veranstaltungen

Abrechnung Mit uns an die Spitze: Das GOZ 2012–Update 23.05 Willich
Abrechnung, Zahntechnik Zahntechnische Abrechnung nach BEL-II / BEB-97 und BEB-Zahntechnik®, auch in der Implantologie aktuell 23.05 Willich
Abrechnung, Zahntechnik Zahntechnische Abrechnung nach BEL-II / BEB-97 und BEB-Zahntechnik®, auch in der Implantologie aktuell 23.05 Willich
alle Termine öffnen

Amalgam ist nicht unumstritten: Es gibt viele Befürworter, aber ebenso auch viele, die Amlagam ablehnen. Wie halten Sie es in Ihre Praxis?

Ich lehne es aus gesundheitlichen Gründen ab. Ich lehne es aus ästhetischen Gründen ab. Ich verwende es nur auf ausdrücklichen Patientenwunsch. Für mich ist Amalgam bislang ohne Alternative
Hier gelangen Sie zum Umfragearchiv.