Chance Praxis - Das Fachmagazin für Praxisgründer

03. Januar 2011 |  Hochschule

Nachwuchsforscher reisen zur ADA nach Las Vegas

Für einige junge Zahnmediziner ist der Samstagabend der spannendste Moment des Deutschen Zahnärztetags 2010 gewesen. Hier findet traditionell die Vergabe des von Bundeszahnärztekammer (BZÄK) und Deutscher Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK) mitgetragenen Dentsply-Förderpreises statt. „Wir sind wirklich stolz auf die exzellenten Verbindungen, die wir hier in Deutschland mit der DGZMK und der Bundeszahnärztekammer über die Jahre haben aufbauen können“, erklärte Claus-Peter Jesch, Geschäftsführer Dentsply DeTrey (Konstanz) bei der diesjährigen Preisverleihung in der Frankfurter Zentrale der DZ-Bank.

Die Gewinner des Dentsply-Förderpreises 2010 (v. l.): Stephan Hollstein, Lena Baensch, Claus-Peter Jesch, GF Dentsply DeTrey

„Wir sind überzeugt davon, dass der Förderpreis ein wirklicher Sieger ist – die eigentlichen Sieger aber sind die intelligenten und sehr kreativen jungen Damen und Herren, die wir heute Abend bei uns haben.“

Erstmals in der 24-jährigen Geschichte der Preisvergabe in Deutschland (international feiert der Förderpreis bereits seine 50. Auflage) wurden in diesem Jahr zwei Sieger aus 19 Einreichungen gekürt, die sich auf einen Besuch der nächsten Tagung der American Dental Association (ADA) in Las Vegas freuen und dort ihr Wissen auf internationaler Ebene erweitern können. Die Sieger erhalten zusätzlich jeweils ein Preisgeld in Höhe von 1.500 Euro. Stephan Hollstein von der Universität Bochum (Tutor: PD Dr. Dr. Peter Maurer) und Lena Baensch von der Universität Freiburg (Tutor: Prof. Dr. Dr. Ralf Schön) konnten die Jury unter Vorsitz des DGZMK-Past-Präsidenten Prof. Dr. Heiner Weber mit ihren Arbeiten überzeugen – Hollstein mit der Arbeit „Histologische, molekularbiologische und Micro-CT-Analyse der Knochenheilung bei ultraschallgestützter versus konventioneller Osteotomie an Kaninchen“. Baensch gewann mit der Arbeit „Funktionelle Nachbehandlung nach Kiefergelenkfortsatzfrakturen mit Hilfe eines Federaktivators – eine retrospektive Studie“.

Jesch wies in seinem Grußwort auf die Vorzüge des Standorts Deutschland als einem Industriestandort von höchster, auch gesellschaftlicher Qualität und großer Innovationskraft hin, die viele Deutsche selbst gar nicht wahrhaben wollten. Das Ausland sehe die Stärken Deutschlands wesentlich klarer.

„Dies gilt selbstverständlich auch für unsere Profession dental, und die wird angetrieben durch die exzellente Forschung. Voller Stolz können wir auf die Errungenschaften innerhalb der Zahnmedizin zurückblicken. Im Durchschnitt haben Zwölfjährige heute nur 0,7 kariöse, gefüllte oder wegen Karies fehlende Zähne – dieser Wert lag 1997 noch bei 1,7 und Deutschland hat damit eine Spitzenposition in der Mundgesundheit von Kindern erreicht. Ebenso beim Zahnersatz, wo inzwischen hoch-ästhetische Versorgungen von Lücken ohne Opferung gesunder Zahnhartsubstanz möglich sind.“ Er appellierte an die Teilnehmer des Wettbewerbs „in der Zukunft die Weiterentwicklung unserer Profession und deren Spitzenplatz zu erhalten“.

Der scheidende DGZMK-Präsident Prof. Dr. Thomas Hoffmann schwor die Teilnehmer des Wettbewerbs ebenfalls auf die Zukunft ein: „Sie werden erleben, wie die zahnmedizinischen Fächer sich vermischen und hin zum oralen Mediziner verschmelzen. Auch damit wird der Weg in Richtung Medizin weiter beschritten.“ Den Dentsply-Förderpreis nannte Hoffmann ein ideales Beispiel, um die Industrie als Partner der Wissenschaft zu begreifen, indem die deutsche Zahnmedizin gefördert werde, ohne dass ethische Grenzen verletzt würden.

BZÄK-Präsident Dr. Peter Engel lobte die Teilnehmer für neue Schritte, die über das Altbekannte hinausgehen. „Der ein oder andere wird vielleicht auch in Zukunft lieber wissenschaftlich forschen und wirken, der andere doch eher eine eigene Praxis führen. Einige könnte es auch in die Industrie oder Publizistik verschlagen, je nach Neigung und weiterer Ausbildung. Ganz gleich, wofür Sie sich entscheiden, Sie haben gezeigt, dass Sie Ihre eigene besondere Motivation wecken können“, betonte Engel und ermunterte die Teilnehmer, auch weiterhin Höchstleistungen anzustreben.   

Eigenen Kommentar hinzufügen

* - obligatorisches Feld

*




*

Kommentare

Keine Kommentare vorhanden.
Drucken / als PDF ausdrucken
DZW im Abo

DZW im Abo

Jede Woche: Die
Zahnarztwoche im
Abonnement

DZW TV

DZW TV

Informationen aus
der Gesundheits- und
Berufspolitik, Neues
aus der Zahnmedizin,
Hinweise auf
interessante
Veranstaltungen,
Interviews u.v.m.

Kommende Veranstaltungen

Abrechnung Mit uns an die Spitze: Das GOZ 2012–Update 23.05 Willich
Abrechnung, Zahntechnik Zahntechnische Abrechnung nach BEL-II / BEB-97 und BEB-Zahntechnik®, auch in der Implantologie aktuell 23.05 Willich
Abrechnung, Zahntechnik Zahntechnische Abrechnung nach BEL-II / BEB-97 und BEB-Zahntechnik®, auch in der Implantologie aktuell 23.05 Willich
alle Termine öffnen

Amalgam ist nicht unumstritten: Es gibt viele Befürworter, aber ebenso auch viele, die Amlagam ablehnen. Wie halten Sie es in Ihre Praxis?

Ich lehne es aus gesundheitlichen Gründen ab. Ich lehne es aus ästhetischen Gründen ab. Ich verwende es nur auf ausdrücklichen Patientenwunsch. Für mich ist Amalgam bislang ohne Alternative
Hier gelangen Sie zum Umfragearchiv.