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2021: Es gibt viel zu tun, denn Corona ist nicht alles

Von Chefredakteur Marc Oliver Pick
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Von Chefredakteur Marc Oliver Pick

Das Coronavirus hatte das Jahr 2020 fest im Griff. Neben teils dramatischen Auswirkungen für die Gesundheit Betroffener waren es vor allem wirtschaftliche Sorgen um die Zukunft, die auch Deutschlands Zahnärztinnen und Zahnärzte, Labor­-inhaberinnen und Laborinhaber umtrieben. Auch wenn gegen Ende des vergangenen Jahres das große Impfen begonnen hat – auch 2021 werden wir noch auf unbestimmte Zeit mit dem Virus leben müssen. Und damit werden auch die Unsicher­heiten so schnell nicht verschwinden.

Einige wichtige Baustellen

Also mit dem Virus arrangieren und zurück zum Tagesgeschäft? Nein, dazu wird es so schnell nicht kommen, auch wenn es viel zu tun gibt. Denn 2021 gibt es im Bereich der Zahnmedizin einige wichtige Baustellen, die abgeschlossen werden wollen, um einerseits die Praxen und Dentallabore wirtschaftlich erfolgreich führen zu können, und andererseits die Patienten am zahnmedizinischen Fortschritt teil­haben zu lassen. So wird jetzt nach jahrelanger Vorbereitung die systematische Behandlung von Parodontitis erstmals in einer eigenen Richtlinie geregelt – ein „versorgungspolitischer Meilenstein“, so der Chef der Kassenzahnärztlichen Bundes­vereinigung Dr. Wolfgang Eßer. Knapp acht Jahre nach dem ersten Impuls zu einer Aktualisierung können ab Juli 2021, wenn die rechtliche Prüfung durch das Gesundheitsministerium positiv ausfällt, die neuen Leistungen zur systematischen Behandlung von Parodontitis und anderer Parodontalerkrankungen (PAR-Richtlinie) den Patienten in vertragszahnärztlichen Praxen zur Verfügung stehen, kann die „große Volkskrankheit Parodontitis“ noch effektiver behandelt werden.

Aus Sicht der Bundeszahnärztekammer steht nach wie vor das Thema Corona an oberster Stelle. Neben der Bedeutung oraler Fitness als wichtige Barriere für eine Infektion mit dem Virus treibt die BZÄK vor allem die in vielen Praxen unsichere und von finanziellen Verlusten geprägte Situation um. Sind die Praxen noch mit den wirtschaftlichen Folgen des ersten Lockdowns im Frühjahr des vergangenen Jahres beschäftigt, zeichnen sich mit dem neuen Lockdown und der beschlossenen Verlängerung erneut schwierige Bedingun­gen ab. Nicht nur Arbeits- und Ausbildungs­plätze sind real gefährdet, auch die Folgen für die flächendeckende zahnmedizinische Versorgung sind noch kaum absehbar, werden sich womöglich noch weiter verschärfen.

Kampagne #GesundAbMund wird intensiviert

Um auf Patienten­seite Unwissenheit und Vor­urteile abzubauen, soll die Kampagne #GesundAbMund weiter intensiviert werden, während gleichzeitig im Dialog mit der Politik die Systemrelevanz und Gesundheitskompetenz der Zahnärzteschaft betont wird, um im Ergebnis nachhaltige Rahmenbedingungen für die Zahnmedizin zu gestalten.

Ebenfalls stehen nach wie vor die Themen adäquate Repräsentation der Zahnärztinnen in der Standespolitik, die Novellierung des privatzahnärztlichen Vergütungssystems und der weiterhin ent­schiedene Widerstand gegen die durch das Auftreten von Fremdinvestoren befürchtete Kommerzialisierung der Zahnmedizin auf der BZÄK-Agenda. Und dann gilt es im Laufe des Jahres auch, einen neuen Geschäftsführenden Vorstand zu wählen, nachdem die für November geplante Bundesversammlung wegen der Corona-Situation abgesagt werden musste.

Nachhaltige Rahmenbedingungen für die Zahnme­dizin schaffen

Zwar ist in Deutschland Ende Dezember 2020 die größte je dagewesene Impf­kampagne gestartet worden, aber bevor eine Immunisierung der nötigen 60 Prozent der Bevölkerung erreicht wird, braucht es Zeit. Die gilt es jetzt zu nutzen, um für morgen (oder übermorgen) nachhaltige Rahmenbedingungen für eine Zahnme­dizin zu schaffen, die für die Herausfor­derungen der Zukunft gut aufgestellt ist. Die gute Nachricht: BZÄK und KZBV arbeiten bereits mit Erfolg daran.

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