Surfen und Telefonieren

Achtung Urlauber: Roaming im Ausland weiterhin teuer

Die Roaming-Gebühren innerhalb der Europäischen Union gehören der Vergangenheit an. Allerdings kann es außerhalb der EU richtig teuer werden.

Palmenstrand

Palmenstrand in der Karibik: Wer Fotos von hier an Freunde und Verwandte nach Hause schickt, muss unter Umständen mit hohen Kosten rechnen.

Das teilt das Verbraucherportal Verivox mit. Im Rahmen einer Analyse zu den beliebtesten Fernzielen der Deutschen haben die Betreiber des Portals eine Kostenaufstellung zu den Gebühren gemacht.

Thailand und Türkei sehr teuer

So kann der Versand für Fotos aus der Türkei bis zu 12 Euro pro Megabyte kosten. Wie Verivox mitteilt, sind die voreingestellten Roaming-Tarife der Anbieter im Regelfall sehr teuer. Dies gelte insbesondere für die Datennutzung.  Noch mehr würden Verbraucher allerdings in Thailand zahlen. Dort können auch schon mal bis zu 19 Euro pro Megabyte fällig werden. 1 MB kann bereits mit dem Versand eines einzigen Fotos überschritten sein.

"Verbraucher können mit speziellen Optionen fürs Ausland erheblich sparen," sagt Christian Schiele, Bereichsleiter Telekommunikation bei Verivox. "Diese Pakete können beim Anbieter für die Zeit des Urlaubs zusätzlich zum Inlandstarif gebucht werden." Es gibt etwa Wochenpakete mit 150 MB für 14,95 Euro (Telekom) oder ein Tagespaket mit 6 MB für 1,99 Euro (O2).

Roaming abhängig von Reiseziel und Anbieter

Anhand eines Musterbeispiels hat Verivox berechnet, welche Roamingkosten bei den drei Netzbetreibern jeweils im voreingestellten Tarif und in der zubuchbaren Auslandsoption anfallen. Laut Angaben des Verbraucherportals ist der Musterreisende 14 Tage in den Ferien und will sich nicht einschränken. Er tätigt zehn Anrufe zu zwei Minuten und wird zehn Mal angerufen. Außerdem überträgt er insgesamt 500 Megabyte Daten. Ausgewertet wurden die Kosten für die Top-5 Reiseziele Türkei, USA, Thailand, Ägypten und die Dominikanische Republik.

Grafik Verivox_Roaming

Quelle: Verivox

Das Fazit: Reisende mit diesem Profil würden ohne speziellen Auslandstarif laut Preisliste theoretisch 5.000 bis 9.700 Euro bezahlen – sofern kein Kostendeckel greift.

Die Preisdifferenz zwischen Standardtarif und Auslandsoption ist enorm: Bis zu 150-mal mehr werden fällig. Auch unter den Anbietern gibt es Unterschiede. Vodafone liefert unterm Strich die günstigsten Auslandstarife, O2 zeigt sich dagegen beim Standardtarif am verbraucherfreundlichsten. Wie Verivox weiter mitteilt, bietet die Deutsche Telekom ihre Auslandsoption nur fürs Surfen – nicht aber fürs Telefonieren. Die Telefonkosten wurden hier zusätzlich eingerechnet.

Schutz vor unkontrollierten Kosten

  • In den meisten Tarifen sind die Kunden vor hohen Kosten im Ausland geschützt, weil im Regelfall bei einem Betrag von 59,50 Euro die Internetverbindung unterbrochen wird. Der Kunde muss aktiv zustimmen, um weitersurfen zu können. Diese Kostendeckelung gilt jedoch nicht in allen Verträgen – und ohnehin nicht für Telefonate und SMS.
     
  • Wer die SMS-Benachrichtigungen seines Anbieters liest oder seinen Verbrauch in der App des Anbieters verfolgt, kann Kostenfallen vermeiden. Reisende sollten vor der Abreise ihren Bedarf prüfen und sich über verfügbare Optionen informieren. dzw