Wirtschaft

Ausbildungsvergütung: Medizinische Fachangestellte im Mittelfeld

Auszubildende
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2015 sind bereits zum vierten Mal infolge die Vergütungen für Auszubildende angestiegen. Azubis in Westdeutschland sind im Durchschnitt auf einen Verdienst von 832 brutto im Monat gekommen. Das entspricht einem Zuwachs von 3,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Angehende Maurer sind Spitzenreiter

Die ostdeutschen Azubis haben 2015 dagegen durchschnittlich 769 Euro im Monat verdient. Das geht aus einer Auswertung des Bundesinstituts für berufliche Bildung (BIBB) hervor.

Allerdings bestehen zwischen den Berufen und Regionen zum Teil erhebliche Unterschiede. So stehen Maurer-Lehrlinge im Gehaltsranking an erster Stelle. In Westdeutschland haben sie 2015 mehr als 1.000 Euro im Monat verdient. Ostdeutsche Maurer-Azubis haben dagegen im Durschnitt einen Verdienst von 860 Euro im Monat.

Besonders gut schneiden auch Mechatroniker, angehende Kaufleute für Versicherungen und Finanzen sowie Azubis in der Medientechnologie ab. Besonders niedrig waren laut Angaben des BIBB die Löhne bei den Floristen, Bäckern sowie Malern und Lackierern.

Friseur-Azubis bilden Schlusslicht

Ganz unten im Ranking stehen die Friseure. 2015 haben die Azubis hier einen durchschnittlichen Lohn von 494 Euro (West) und 269 Euro (Ost) gehabt. Medizinische Fachangestellte, zu denen auch die angehenden Zahnmedizinischen Fachangestellten (ZFA) gehören. Im vergangenen Jahr hat die Ausbildungsvergütung in West und Ost durchschnittlich 743 Euro im Monat betragen.

Wie bereits in den vergangenen Jahren hat sich die Bezahlung der Azubis kräftig erhöht. Seit 2012 liegen die Steigerungsraten zwischen 3,7 und 5,0 Prozent. Die BIBB-Forscherin Ursula Beicht  führt den Anstieg der Ausbildungsgehälter auf die "guten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Deutschland" zurück sowie auf die gegenwärtige Lage auf dem Ausbildungsmarkt.

Ausbildungsvergütung
BIBB

Verdienstanstieg bei Berufen mit Bewerbermangel

Darüber hinaus seien die Arbeitgeber auch bereit, einen Aufschlag zu zahlen, um dadurch mehr junge Menschen für eine duale Ausbildung zu gewinnen. Wie BIBB-Forscherin Beicht weiter mitteilt, seien in Ausbildungsberufen mit großem Bewerbermangel die Ausbildungsvergütungen überdurchschnittlich stark angehoben worden. So ist bei angehenden Bäckern ein Plus von 5,3 Prozent zu verzeichnen gewesen. Auch bei angehenden Restaurantfachleuten und Köchen wurden die Vergütungen mit 4,3 Prozent im Westen und 5,3 Prozent im Osten deutlich erhöht.

BIBB-Autorin Beicht merkt in ihrem Bericht allerdings an: Nicht tarifgebundene Betriebe dürften die in ihrer Branche und Region gültigen Verdienstsätze laut Rechtsprechung um 20 Prozent unterschreiten. Vor allem in Ostdeutschland würden sich viele Betriebe nicht an die Tarifverträge halten.