Geht doch: Bambuszahnbürsten und Zahnpasta im Glas: so kann Zahnpflege ohne Plastik aussehen.
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Geht doch: Bambuszahnbürsten und Zahnpasta im Glas: so kann Zahnpflege ohne Plastik aussehen.

Zwei Zahnbürsten pro Jahr verbrauchen die Deutschen im Schnitt. Studien zeigen, dass hierzulande jährlich rund 168 Millionen Zahnbürsten und 413 Millionen Tuben Zahnpasta gekauft werden. Die Produktion setzt eine gewaltige Menge an Rohstoffen voraus, die am Ende im Müll und oft im Meer landen, darauf weist der Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND). Hier ein paar Tipps, wie Zahnpflege ohne Plastik aussehen kann.

Auf die richtige Entsorgung achten

Mittlerweile sind Zahnbürsten aus Holz oder Bambus mit Naturborsten kein Geheimtipp mehr, es gibt sie in fast allen Drogerien zu kaufen. Der BUND erinnert daran, darauf zu achten, die alten Plastikzahnbürsten bis zum Ende zu verwenden und nicht vorschnell neue nachhaltige Produkte zu kaufen. Zudem sollte auf die richtige Entsorgung geachtet werden.

Das gilt besonders bei kaputten elektrischen Zahnbürsten. Elektrogeräte können auf Recyclinghöfen und bei anderen kommunalen Systemen abgegeben werden. Seit 2016 sind außerdem auch Ladengeschäfte, Online- und Versandhändler, die diese Geräte verkaufen, dazu verpflichtet, ausgediente Produkte zurückzunehmen.

Zahnpasten selbst gemacht

Die Zutaten:

• 4 EL Kokosöl oder anderes festes Öl
• 3 EL Natron
• nach Belieben etwas flüssiges Öl (beispielsweiseSesamöl)
• optional: 1 TL Schlämmkreide sowie Minzöl*

Das Kokosöl in einem Wasserbad flüssig werden lassen und unter das höchstens lauwarme Öl etwas Natron mischen. Fertig ist eine simple und günstige Variante der herkömmlichen Zahnpasta. Diese lässt sich beliebig mit Minzöl oder anderen Zutaten erweitern.

Anwender sollten sich nicht dadurch verunsichern lassen, dass bei dieser selbstgemixten Zahnpasta der Schaum wegbleibe, die Säuberungsfähigkeit sei dadurch nicht beeinträchtigt.

Aber auch für diejenigen, die unbedingt Schaum brauchen, gibt es einige Rezepte zum Selbermachen. Mit etwas mehr Zutaten ist bei der folgenden Rezeptvariante kaum ein Unterschied zur herkömmlichen Zahnpasta zu bemerken:

• 35 g pflanzliches Glycerin,
• 20 g Xylit
• 40 g Schlämmkreide
• 1 TL Kieselsäurepulver
• 1/2 bis 1 TL Xanthan
• 20 g Wasser (destilliert oder abgekocht)
• 2 bis 4 Tropfen ätherisches Minzöl

Alle Zutaten in einem desinfizierten Behälter zusammenwerfen, gut vermengen und abfüllen; zum Auftragen der Paste ein Stäbchen benutzen, um Keime zu vermeiden. Die Zahnpasta sollte kühl gelagert werden, das unterstützt die Haltbarkeit.

Weitere Tipps für eine plastikfreie Zahnpflege

Zahnputztabletten sind eine weitere Alternative zur Zahnpasta und in Glasbehältern oder unverpackt zu bekommen. Einfach in den Mund legen, eventuell mit den Zähnen zerkleinern und die Stückchen mit der Zahnbürste über die Zähne putzen. Auch hier ist eine kleine Umgewöhnung nötig, denn die Tabletten kommen ohne das übliche Schäumen der Zahnpasta aus.

Auch Holz hat eine lange Tradition in der Zahnpflege. Das schon vor langer Zeit verwendete Miswakholz („Zahnputzholz“) wurde von einem deutschen Zahnarzt mit der „Swak-Zahnbürste“ neu aufgegriffen. Mit kleinen Holzborsten, ganzen Holzstöckchen oder pulverisiertem Miswakholz lassen sich Zähne natürlich und effektiv reinigen.

Eine weitere Methode, sich umweltfreundlich die Zähne zu putzen, bietet die gute alte Sheabutterseife. Am Anfang ist das Gefühl im Mund etwas seltsam, jedoch gibt sie im Anschluss ein sehr gutes Reinheitsgefühl und ist schadstoff- sowie plastikfrei. Wie bei allen Zahnpasten gilt: Nicht verschlucken.

Eine gute Kombination für die Zahnhygiene bietet auch das Ölziehen und Salzspülen. Hierbei wird meist zunächst ca. ein Esslöffel Sesamöl benutzt, um den Mund sauber zu spülen. Es heißt, dass Bakterien durch das Öl vom Zahn gelöst werden. Zum Ausspülen verwenden Sie am besten eine Salzwasserlösung, um wiederum alle Ölreste im Mund zu lösen.

Kombiniert mit plastikfreier Zahnseide für die engen Zwischenräume sind dies gesunde und plastikfreie Methoden, die eigenen Zähne zu pflegen.

Quelle: BUND

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