Praxis

Digitales Röntgen

„Bei gleicher Größe erhält man mehr diagnostische Information“

Vista-Scan Combi View

Sie sind flexibel und dünn wie ein Röntgenfilm, gewährleisten bequemes gewohntes Röntgen und sind das Medium der Wahl für eines der führenden digitalen Röntgenverfahren: Mit Speicherfolien und der Speicherfolientechnologie hat es Dürr Dental (Bietigheim-Bissingen) 2002 geschafft, konventionelle Entwicklungsautomaten, mit deren Entwicklung das Unternehmen mehr als vier Jahrzehnte betraut war, durch ein digitales System abzulösen. Wodurch Speicherfolien in der Praxis punkten, führt der seit 1993 in eigener Praxis in Ludwigsburg niedergelassene Zahnarzt Dr. Jochen Kuhn, ausgewiesener Kenner sowohl von Speicherfolien als auch von Sensoren, im Gespräch mit Zahnärztin und Fachjournalistin Dr. Aneta Pecanov-Schröder aus.

„Speicherfolien haben im Vergleich zu Sensoren den Vorteil der größeren Bildfläche“, spricht der Zahnmediziner einen wichtigen Aspekt an. „Durch die 100 Prozent aktive Fläche bekommt man bei gleicher Größe mehr diagnostische Information. Das ist vor allem bei Quadranten- und Bissflügel­aufnahmen wichtig, und dadurch sind sie vor allem bei Bissflügelaufnahmen dem Sensor überlegen.“ Der Zahnarzt weiß, worüber er spricht, denn Kuhn setzt in der Bildgebung seit 1994 auf Sensoren, „zuerst mit verschiedenen der RVG-Sensoren und, seit sie auf dem Markt sind, mit den Sensoren der Firma Dürr Dental.“ Diese punkten „durch die direkte Verfügbarkeit des Bildes; das ist bei endodontischen Behandlungen und innerhalb chirurgischer Eingriffe günstig“, merkt Kuhn an.


Dr. Jochen Kuhn

Dr. Jochen Kuhn ist seit 1993 in eigener Praxis in Ludwigsburg niedergelassen. Nach dem Examen der Zahnmedizin 1990 hat der Zahnmediziner bis 1994 eine Zusatzausbildung „Akupunktur“ abgeschlossen, der sich von 1995 bis 1997 eine Zusatzausbildung in „Homöopathie und Naturheilverfahren“ anschloss. In seiner Praxis deckt Dr. Kuhn verschiedene Bereiche der Zahnheilkunde ab, von der Prophylaxe und Parodontologie über Zahnerhaltung und Endodontie bis hin zur Chirurgie und Implantologie.


Umrüsten vorhandener Röntgengeräte entfällt

Die Praxis investierte für den bestehenden Orthopantomographen in einen Speicherfolienscanner. „Ein Umrüsten des analogen Orthopantomographen war nicht nötig, und der Wegfall der Chemikalien inklusive deren regelmäßig erforderliche Wechsel und kostenpflichte Entsorgung waren weitere Gründe für die Kaufentscheidung.“ Das Auslesen der Folien erfolgt „wesentlich schneller als die herkömmliche Entwicklung mit Röntgenchemie“, beschreibt Kuhn einen weiteren Vorteil der Speicherfolientechnologie und der Scanner.

Nachdem Ende 2003 der Speicherfolienscanner VistaScan von Dürr Dental neue Standards für Auslesegeschwindigkeit und Bildqualität von Röntgenaufnahmen definierte, rüstete die Praxis darauf um. „Ich hatte sehr gute Erfahrungen sowohl mit Qualität der Produkte als auch mit dem Support der Firma Dürr Dental gemacht.“ Inzwischen werden Orthopantomogramme mit dem digitalen Panoramaröntgengerät mit S-Pan-Technologie VistaPano S angefertigt. Mit der Speicherfolientechnik fertigt die Praxis Dr. Kuhn heute am häufigsten Bissflügel- und Quadranten-Aufnahmen an.

Die Handhabung für das Praxisteam war vergleichbar mit dem bereits durch die Nassfilmentwicklung gelernten Arbeitsablauf. Die Speicherfolien sind in allen gängigen intraoralen Größen verfügbar und mit konventionellen Haltesystemen zu platzieren. Eine konventionelle Aufnahme braucht im Schnitt sechs Minuten, um entwickelt zu werden. Der VistaScan macht die Aufnahme in Sekunden – unmittelbar danach ist die Folie für die nächste Aufnahme bereit. Die Speicherfolien können mehrere 100-mal belichtet, ausgelesen und wieder gelöscht werden. Kuhn: „Das Ergebnis der Bildqualität übertrifft das des konventionellen Röntgens.“

Besondere Technik für bestmögliche Bildauflösung

Die Grundlage hierfür bildet die von Dürr Dental patentierte „Photon Collecting System“-Technologie (PCS). Dabei dreht sich der abtastende Laserstrahl anstelle der Speicherfolien und liefert in kürzester Zeit eine herausragende Bildqualität. Die von dem Unternehmen in Deutschland entwickelte optische Technologie PCS setzt Laserstrahl, Doppel-Parabolspiegel und einen leistungsstarken ein, um die bestmögliche Bildauflösung zu erzielen.

Mit einer Detailerkennung von bis zu 22 Linienpaaren pro Millimeter (LP/mm), 1.100 dpi und 65.535 Graustufen (16 Bit) sind VistaScan-Speicherfolien nach Hersteller­informationen bei der Bildauflösung besser als ein Röntgennassfilm. Das sind zwar mehr Graustufen als das menschliche Auge erfasst, aber deswegen sinnvoll, weil die Bilder speziell aufbereitet werden, sodass die diagnostisch relevanten Informationen sichtbar werden. Die PCS-Technologie ermöglicht es, selbst feine Endo-Instrumente bis ISO 06 sowie Karies-D1-Läsionen sicher darzustellen. Zudem erlaubt die PCS-Technologie eine größere Flexibilität bei der Wahl der Röntgendosis. So lässt sie sich oftmals kleiner halten als bei Sensoren auf Halbleiterbasis und beim konventionellen Film.

In der Praxis Dr. Jochen Kuhn ist „seit drei Jahren der VistaScan Combi View im Einsatz, der sehr intuitiv und einfach zu bedienen ist, darüber hinaus schnell und zuverlässig funktioniert und tadellos im Netzwerk läuft“. Während anfangs die Imaging-Software DBSWIN die Workflows unterstützte, ist heute VistaSoft die Arbeits­software der Praxis. Der VistaScan Combi View lässt sich auch mit jeder anderen gängigen Software nutzen. Ein Scan-Manager ermöglicht es, dass von jeder Arbeitsstation aus Scanaufträge im Gerät platziert, am Scanner einzeln per Touch ausgewählt und gestartet werden können. Anschließend wird das Bild automatisch auf den anfordernden PC übertragen. Dafür muss keiner am Gerät warten. Wenn die IT ausfällt, ist das Scannen und Speichern der Röntgenaufnahmen dennoch möglich: Die Bilder werden temporär im internen Speicher abgelegt und später in die Datenbank übertragen. Bei Bedarf können die Bilder auf dem hochauflösenden Display dargestellt werden.

Neben diesem universellen Speicherfolien­scanner für alle intra- und extraoralen Speicherfolien­formate bietet sich der kleine und transportable VistaScan Mini View als mobile Lösung zum Beispiel beim Besuch von Senioren­einrichtungen an. „Die portable Lösung halte ich für sehr nützlich.“ Weiterentwicklungs­potenzial sieht Kuhn zum einen „in einer noch höheren Empfindlichkeit der Folien, um die Strahlenbelastung weiter zu senken“ und „möglichst in einer noch höheren Lesegeschwindigkeit – aber nur, wenn es nicht zulasten der überzeugenden Bildqualität geht.“

Fazit

„Wer universell arbeiten möchte und nur ein System von beiden – Speicherfolie oder Sensor – haben möchte, für den ist die Speicherfolien­technik die vernünftige Entscheidung“, fasst Kuhn zusammen. „Der Preis ist mit dem der Sensortechnik vergleichbar, aber man kann alles abdecken. Der kleine Wermutstropfen ist die Geschwindigkeit, bei der die Sensoren durch die direkte Verfügbarkeit die Nase vorn haben. Aber von der gewünschten Größe her reicht der Sensor nicht für alle nötigen Aufnahmen.“

Dr. Aneta Pecanov-Schröder, Bonn