Panorama

Gut fürs Herz

Meditative Musik als „Betthupferl“

Positive Gefühle, weniger Ängste, ein günstiger Einfluss auf die Herzfrequenzvariabilität – indische Forscher empfehlen, vor dem Schlafengehen meditative Musik zu hören.
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Positive Gefühle, weniger Ängste, ein günstiger Einfluss auf die Herzfrequenzvariabilität – indische Forscher empfehlen, vor dem Schlafengehen meditative Musik zu hören.
 

Meditative Yogamusik vor dem Schlafengehen ist gut für die Herzgesundheit. Sie steigert die Fähigkeit des Herzens, sich Veränderungen anzupassen, reduziert Ängste und fördert positive Gefühle – bei Popmusik mit regelmäßigen Beats war das Ergebnis umgekehrt. Das haben indische Forscher jetzt auf dem Europäischen Kardiologiekongress berichtet, teilt die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie-, Herz und Kreislaufforschung (DGK) mit.

Einsatz von Musiktherapie

„Wir setzen in unserem Krankenhaus Musiktherapie ein und unsere Studie zeigt, dass Yogamusik einen günstigen Einfluss auf die Herzfrequenzvariabilität vor dem Schlaf hat“, außerdem reduziert sie das Angstniveau und die Teilnehmer fühlen sich positiver, berichtet Dr. Naresh Sen (Jaipur, Indien). Die Herzfrequenzvariabilität sei die Fähigkeit des Organismus, die Frequenz des Herzrhythmus zu verändern. Eine hohe Variabilität zeige, dass das Herz imstande sei, sich Veränderungen anzupassen. Eine niedrige weise auf eine weniger ausgeprägte Anpassungsfähigkeit hin und stehe in einem Zusammenhang mit einem um 32 bis 45 Prozent erhöhten Risiko eines ersten Herz-Kreislauf-Events.

Die Studie

Die indische Studie untersuchte laut Presseinfo den Einfluss von Yogamusik, Popmusik mit regelmäßigen Beats sowie von keinerlei Musik vor dem Schlafengehen. Bei jeder Sitzung wurde die Herzfrequenzvariabilität fünf Minuten lang vor dem Beginn der Musik oder der Stille gemessen, zehn Minuten lang währenddessen sowie fünf Minuten lang nach Beendigung der Musik oder Stille. Zusätzlich wurde das Ausmaß der Angst vor und nach der Sitzung mit der Goldberg Anxiety Scale gemessen, und mit einer speziellen Skala wurde nach jeder Sitzung das Ausmaß positiver Gefühle erfasst. 149 gesunde Menschen in einem Alter von durchschnittlich 26 Jahren nahmen daran teil.

Yogamusik contra Popmusik

Fazit: Die Herzfrequenzvariabilität stieg in der Gruppe mit Yogamusik-, reduzierte sich in der Popmusik-Gruppe und blieb in der Gruppe ohne Musik konstant. Das Angstniveau verringerte sich signifikant in der Yogamusik-Gruppe, erhöhte sich signifikant in der Popmusik-Gruppe und erhöhte sich in der Gruppe ohne Musik. Die Teilnehmer fühlten sich signifikant positiver nach der Yogamusik als nach der Popmusik.

"Preiswerte und leicht zugängliche Therapie"

„Es ist eine kleine Studie, und es bedarf weiterer Forschungsaktivitäten über die kardiovaskulären Effekte von Musikinterventionen durch einen ausgebildeten Musiktherapeuten“, so Dr. Sen. „Aber sich Yoga-Musik vor dem Schlafengehen anzuhören, ist eine preiswerte und leicht zugängliche Therapie, die keinerlei Schaden anrichten kann.“

Quelle: ESC-Abstract Nr. 89064; Sen et al.: Evaluation of heart rate variability and cardiac autonomic control on exposure to Indian music and slow music yoga asana before sleep at night.