Hygiene

Periimplantitis

Hygienisch, sicher und minimal-invasiv

DVT präoperativ
Nölken

Nach dem vorzeitigen Verlust von zwei 2005 inserierten Implantaten wurde der Patient bei Dr. Robert Nölken MSc vorstellig. Die Diagnose ergab eine putride Sekretion, hinzu kam weit fortgeschrittener Knochenabbau mit fast vollständigem Verlust der Osseointegration eines dritten Implantats.

Das Potenzial der Laserbehandlung ist in der Zahnheilkunde längst nicht ausgeschöpft. Aktuell zeigt ein bewährtes Er:YAG-System, wie sich schon mit einer einzigen Spitze ein enormes zusätzliches Indikationsspektrum im Bereich der Periimplantitis neu erschließen lässt.

Eine wesentliche Schwierigkeit bei der Behandlung von Periimplantitis besteht in Folgendem: Das „Scaling and Root Planing“ der Parodontaltherapie mit seiner hohen Erfolgswahrscheinlichkeit lässt sich nicht 1:1 auf die Periimplantitis-Therapie übertragen. Zum Beispiel sind verschiedene Implantatflächen schwer bis gar nicht erreichbar. Oder sie weisen eine gewisse Rauheit auf – das ist zwar gut für die Osseointegration, aber auch ein mögliches Rück­zugsgebiet für potenziell pathogene Mikroorganismen und Abrieb aus der Instrumentierung. Bei solchen Mikro­verschmut­zun­gen stoßen selbst chemische Desinfektionsmaßnahmen schnell an ihre Grenzen.

Nach Bildung eines Mukoperiostlappens entfernte Dr. Nölken mithilfe des Er:YAG-Lasers AdvErL EVO das Granulationsgewebe, reinigte die Implantatoberfläche vollständig von subgingivalen Konkrementen und dekontaminierte vorhandenen Biofilm.
Nölken

Nach Bildung eines Mukoperiostlappens entfernte Dr. Nölken mithilfe des Er:YAG-Lasers AdvErL EVO das Granulationsgewebe, reinigte die Implantatoberfläche vollständig von subgingivalen Konkrementen und dekontaminierte vorhandenen Biofilm.

Es liegt im Grunde nahe, an dieser Stelle einen Laser zu verwenden. Auch dies hat jedoch seine Tücken, denn klassische Geräte ent­wickeln zum Beispiel Temperaturspitzen, und diese können das Implantat schädigen und letztlich zu seiner Desintegration führen.Nicht so bei modernen Er:YAG-Lasersystemen wie dem AdvErL EVO (J. MORITA EUROPE GMBH): Der nur kurz andauernde Laserimpuls und die hohe Absorption der Laserstrahlung durch Wasser reduzieren die Wärmeentwicklung. Außerdem dringt die Energie nicht in tiefere Gewebeschichten ein. Eine solche Behandlung beugt Koagulationen vor und bewirkt eine heilungsfördernde Blutung. Zusätzlich profitieren Patienten von einer verschwindend geringen Schmerzbelastung – auch ohne Anästhesie.

Bei der klinischen Kontrolle drei Monate später erwies sich das periimplantäre Gewebe als reizfrei und ohne Suppuration oder erhöhte Sondierungstiefen.
Nölken

Bei der klinischen Kontrolle drei Monate später erwies sich das periimplantäre Gewebe als reizfrei und ohne Suppuration oder erhöhte Sondierungstiefen.

Die Funktionsweise der Er:YAG-­Laser basiert auf der Oberflächenreaktivierung durch die Energieabsorption von Wasser: Hierbei vergrößert sich das Volumen des Wassers explosionsartig um das 800- bis 1.000-Fache. Bakterien werden eliminiert, die erreichten Flächen sterilisiert und ent­zün­detes Gewebe sowie kontaminierte Beläge entfernt.
Eine in die Applikationsspitzen des Lasers integrierte Wasser- und Luftzufuhr wie beim AdvErL EVO kann den Vorgang be­güns­tigen. Zwar erfordert auch diese Form der Laserbehandlung einen chirurgischen Eingriff, jedoch ist das Risiko einer Schädigung gesunden Gewebes und intakter Implantatstrukturen minimiert. Außerdem stellt die Einsatzmöglichkeit bei der Periimplantitisbehandlung eine kleine Revolution dar: Denn anders als andere Therapieoptionen erlaubt die Effizienz eines solchen Er:YAG-Lasers die Behandlung von Fällen über die CIST-Klasse „C“ (CIST=Cumulative Interceptive Supportive Therapy) hinaus bis hin zur Klasse „D“.

Die neue DVT-Aufnahme zeigt die periimplantäre Knochenregeneration und Reosseointegration des Implantats.
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Die neue DVT-Aufnahme zeigt die periimplantäre Knochenregeneration und Reosseointegration des Implantats.

Wie die Periimplantitis-Behandlung in der Praxis erfolgt, demonstriert ein klinischer Fall von PD Dr. Robert Nölken MSc., Fachzahnarzt für Oralchirurgie und Spezialist für Parodontologie der DGP.

Zunächst erfolgte die übliche Initialbehandlung inklusive einer Optimierung der Mundhygiene und der Einstellung des Nikotinabusus durch den Patienten und, aufgrund der starken Ent­zündungs­er­schei­nungen, einer Antibiose. Bei dem chirurgischen Eingriff wurde zunächst das Zahnfleisch aufgeklappt, dann unter Verwendung des Lasers das Granulationsgewebe entfernt und die freigelegten Implantatoberflächen gereinigt, desinfiziert und sterilisiert. Schließ­­lich wurde der Knochendefekt mit doxycyclingetränktem autologem Knochenmaterial auf­gefüllt. So konnte ein Fort­schrei­ten der Ent­zündung aufgehalten und das Implantat erhalten werden.

Mit autoklavierbarer Handstückhalterung und mehr als 20 austauschbaren Applikationstips eignet sich der bedienerfreundliche Er:YAG-Laser AdvErL EVO von Morita für den Einsatz bei einer Vielzahl von Indikationen, etwa bei Periimplantits, Parodontitis und allgemeinen Weichteilerkrankungen.
Nölken

Mit autoklavierbarer Handstückhalterung und mehr als 20 austauschbaren Applikationstips eignet sich der bedienerfreundliche Er:YAG-Laser AdvErL EVO von Morita für den Einsatz bei einer Vielzahl von Indikationen, etwa bei Periimplantits, Parodontitis und allgemeinen Weichteilerkrankungen.

Generell sind moderne Er:YAG-­Laser eine minimal-invasive und dabei effektive Alternative zu gängigen Behandlungsmethoden von Periimplantitis. Im vorgestellten Fall schuf die schmale Ap­pli­ka­tionsspitze des AdvErL EVO ein freies Sichtfeld und das scaler-ähnliche Handstück, verbunden mit dem Hohlleiter (keine Spiegeltechnologie verbaut), erlaubte einen einfachen Zugang sowohl an der Seite der Knochenkavität als auch zu den Implantoberflächen.

Fortbildungen zu dieser und weiteren, vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten bietet unter anderem die Morita Laser Akademie. Die nächsten eintägigen Kurse finden hier zwischen Juni und November 2019 statt. Weitere Infos und Anmeldung bei Lukasz Hasske, E-Mail lhasske@morita.de.

Weitere Informationen auch online.

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