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Subventionen trotz Bafa-Stopp

Versprochene Fördermittel für von Corona betroffenen Unternehmen durch die Bafa – gestoppt! Keine Hilfe mehr in Sicht? Ganz im Gegenteil: Es gibt bewährte, andere Töpfe (mit 80 % Subvention) zur Zukunfts- und Wettbewerbssicherung Ihres Unternehmens.

Das Wirtschaftsministerium versprach Firmen, fachkundige Berater zu bezahlen, um Unternehmen in der Corona-Krise tatkräftig zu helfen. Doch das Vorhaben, kleine und mittelgroße Firmen mit versierten Beratern vor dem Ruin zu retten – es ist ziemlich danebengegangen.
Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) hatte ab Ende März Firmen und Selbstständigen angeboten, sich für einen Zuschuss von 4.000 Euro einen Berater zu holen, der ihnen mit guten Tipps aus der Krise helfen könne.

Doch das vom Wirtschaftsministerium verantwortete Programm war völlig unterfinanziert. Die Folge: Bereits nach den ersten gut 12.000 Anträgen, die bis zum 19. April 2020 vorlagen, vollzogen Ministerium und Bundesamt eine Vollbremsung. Sie legten intern fest, neuen Bewerbern keine Unterstützung mehr in Aussicht zu stellen.

Jedoch erst Ende Mai wurde das Programm dann offiziell wegen fehlender Mittel „vorzeitig eingestellt“, wie das Bafa jetzt in einer Pressemitteilung bekannt gab. In der Zwischenzeit hatten sich indes mehr als 21.000 weitere Antragsteller gemeldet – in der Hoffnung auf Hilfe.

Das vorgesehene Geld sei ausgeschöpft, hieß es in der Pressemitteilung der Bafa: „Es können auch keine zusätzlichen Mittel zur Verfügung gestellt werden.“ Nichtsdestotrotz feiert das Bundesamt sein Beraterprogramm als Erfolg. Zahlreichen kleinen und mittleren Unternehmen werde „in der Krise geholfen“. Die Zahlen sprechen aber eine ganz andere Sprache.

Was jetzt? Alles aus?

Hier kann man mit einem deutlichen "Nein!" antworten. Neben den Unternehmen, die bereits versucht haben, über die Bafa Hilfe zu bekommen, gibt es viele kleine und mittelständische Selbstständige, die ganzheitliche Unterstützung, oft nicht erst seit Corona, gut gebrauchen könnten, um sich organisatorisch und strategisch neu aufzustellen, damit die Zukunft gesichert ist.

Alternative kann Abhilfe schaffen

Altbewährte Fördertöpfe und speziell dafür qualifizierte Berater können hier helfen. Zuerst sollte man sich, unabhängig von der Corona-Krise, selbst reflektieren und die Frage stellen, ob man von sich sagen kann, dass man als Inhaber einer Praxis oder eines zahnmedizinischen Labors fachlich kompetent ist und sich medizinisch beziehungsweise fachlich ständig fortbildet?

Auch wenn die Frage mit einem "Ja" beantwortet werden könnte, sollten man sich weiter fragen, ob das in dieser schnelllebigen Zeit mit deutlich veränderten Patienten- und Mitarbeiteransprüchen für ein zufriedenstellendes oder sogar gutes Betriebsergebnis, reicht?

Betriebswirtschaftliche Fähigkeiten sind heute neben der Fachkompetenz unerlässlich, um einen Praxis-/Laborerfolg langfristig zu realisieren und sicherzustellen. Medizinisches Wissen und handwerkliches Geschick alleine bringt heute keine Umsatzsicherheit mehr. Das Führen von Mitarbeitern ist nicht immer einfach und verlangt Kompetenzen, die nicht Teil des Studiums oder der Ausbildung waren. Gerade Auszubildende sind schwer zu bekommen und noch schwerer zu halten. Patienten sind diskussionsfreudig, und es kommt gehäuft zur Konfliktsituationen. All das erschwert den Arbeitsalltag, und dazu kommt auch noch Corona …

Wer diese Entwicklung zur Wettbewerbs- und Zukunftssicherung realisiert hat und damit auch den stetig steigenden Druck, sollte das Förderprogramm „unternehmensWert: Mensch“ (uwm) kennenlernen. Nach gezielten Umfragen im Gesundheitswesen verpassen viele potenziell Interessierte ihre Chance, dieses Mittel zu nutzen, weil sie schlicht nichts von dessen Existenz wissen.

unternehmensWert:Mensch

„unternehmensWert:Mensch“ ist ein Förderprogramm, das Unternehmen (branchenunabhängig) bei der Gestaltung einer zukunftsgerechten Unternehmenspolitik unterstützt und zusammen mit den Beschäftigten und einem dazu berechtigten Prozessberater die Zukunft des Unternehmens im Fokus hat.

Welche Handlungsfelder als Ansatz dienen könnten, zeigt die folgende Abbildung: Von der Arbeitsorganisation, über die Kommunikation (hier kann auch Ihre Außenwirkung mit Social-Media, Website & Co. unter die Lupe genommen werden), Optimierung von Arbeitsorganisation und Arbeitszeit bis hin zur Nachfolgeregelung (Wissenstransfer) lässt sich nahezu alles analysieren und fördern.

Darüberhinaus gibt es die Programmvariante „unternehmensWert:Mensch-plus“ (uwm-plus), die die Überlegungen zu Digitalisierungsprozessen in Praxen und Labore, unterstützt.

 

Wer darf auf diese Fördermittel zugreifen? Und um welche konkrete Summe handelt es sich? Förderberechtigte in NRW  (in den anderen Bundesländern variieren die Kriterien geringfügig) sind Unternehmen, die folgende Kriterien erfüllen:

  • Sitz und Arbeitsstätte in NRW
  • Jahresumsatz geringer als 2 Mio. Euro (uwm) beziehungsweise
  • 20  Mio. Euro (bei uwm-plus)
  • mindestens zweijähriges Bestehen des Unternehmens
  • weniger als 10 Vollzeitbeschäftigte inklusive der Inhaber (oder 20 Beschäftigte in Teilzeit; Azubis und 450-Euro-Kräfte müssen nicht berücksichtigt werden) bei uwm beziehungsweise
  • weniger als 250 Beschäftigte bei uwm-plus
  • mindestens einen sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten in Vollzeit (Die Berechnung erfolgt nach Jahresarbeitseinheiten. Teilzeitbeschäftigte können anteilig berücksichtigt werden.)

Unternehmen erhalten 80 Prozent Zuschuss zu den Kosten der Prozessberatung! Zusätzlich können die restlichen 20 Prozent, die den Selbstkostenteil darstellen, voll steuermindernd geltend gemacht werden. Die subventionierte Summe beträgt je nach Programmvariante 10.000 Euro bei uwm beziehungsweise 12.000 Euro bei uwm-plus.

Wenn man nun mehr über diese Art der Subventionierung erfahren will, kann man sich an die Autorin wenden und ein unverbindliches Gespräch mit individuellen Ansatzpunkten vereinbaren.

 

-Claudia Hilbertz, Bocholt-

 

 

Claudia Hilbertz Dipl.Ing. Dipl. Wirtschaftsing.

Über die Autorin

Dipl.-Ing., Dipl.-Wirtschafts-Ing. Claudia Hilbertz ist Gründerin und Inhaberin der Akademie Life Balance in Bocholt. Hier berät sie zusammen mit ihren interdisziplinären Netzwerkpartnern branchenunabhängig Unternehmen bei Veränderungsprozessen zur Zukunfts- und Wettbewerbssicherung. Ein Großteil ihrer Kunden kommt aus dem Gesundheitssektor. Zudem ist sie als Referentin in Düsseldorf bei den Dental-Dialogen und Anfang März beim AUZ (Arbeitskreis Umfassende Zahnheilkunde) in Bocholt zu sehen gewesen.

Mehr unter akademie-life-balance.de

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