Politik

Kalenderwoche 42/2019

Kurzmeldungen 14. bis 20. Oktober

BVKJ fordert zusätzlich Zuckersteuer

Zur Ankündigung, in Deutschland den Nutri-Score einzuführen, nimmt der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) Stellung. Dr. Thomas Fischbach, Präsident des BVKJ: „Als Kinder- und Jugendärzte begrüßen wir die Einführung des Nutri-Scores. Wir haben ihn lange gefordert. Seine Wirksamkeit ist in zahlreichen wissenschaftlichen Studien nachgewiesen worden. Eltern werden es künftig leichter haben, ihre Kinder gesund zu ernähren. Allerdings reicht der Nutri-Score alleine nicht aus als Präventionsmaßnahme gegen Adipositas.“ BVKJ-Vizepräsidentin Dr. Sigrid Peter ergänzt: „Wir brauchen so schnell wie möglich ein Werbeverbot für speziell an Kinder gerichtete Lebensmittel, weiterhin darf es  den Verkauf von zuckerhaltigen Getränken in Schulen nicht mehr geben, außerdem wünschen wir uns eine Zuckersteuer. Von Adipositas sind hauptsächlich Kinder und Jugendliche aus armen und bildungsfernen Familien betroffen. Hier müssen wir mit gezielter Prävention ansetzen. Wir brauchen explizite Qualitätsstandards für Kita- und Schulessen und auch eine  kostenlose Schulverpflegung.“

Erneut mehr ZFA-Azubis in Westfalen-Lippe

1.343 junge Menschen haben in der Zeit vom 1. Oktober 2018 bis 30. September 2019 ihre Ausbildung zur zahnmedizinischen Fachangestellten (ZFA) in Westfalen-Lippe begonnen. Das entspricht einem Zuwachs von 9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr (1.234) und „toppt“ nochmals die Steigerung von 8 Prozent, die im vorherigen Zeitraum erzielt werden konnte. Hans-Joachim Beier, Mitglied im Vorstand der Zahnärztekammer Westfalen-Lippe (ZÄKWL): „Das ist die höchste Azubi-Zahl seit vielen Jahren. Ich werte dies auch als eine Bestätigung für die hervorragende Ausbildungsleistung, die Zahnärztinnen und Zahnärzte Tag für Tag in ihren Praxen erbringen. Zudem zeigt es, dass unsere Maßnahmen zur Nachwuchskräftegewinnung greifen.“ Die Ausbildung zur ZFA dauert in der Regel drei Jahre und kann bei entsprechender Vorbildung und guten Leistungen auf bis zu 1,5 Jahre verkürzt werden. An die Ausbildung können sich Aufstiegsfortbildungen (ZMP, DH, Fach- und Betriebswirt) anschließen.

Zahl der Woche        3.287.100.000

Euro betrugen 2017 die Ausgaben der GKV für Zahnersatz.
Quelle: KZBV Jahrbuch

Weniger Anti­bio­tika bei Erkäl­tung

Nordrhein-westfälische Ärzte verordneten in den letzten fünf Jahren kontinuierlich weniger Antibiotika bei Erkältungen. Im vergangenen Jahr haben durchschnittlich 25,7 Prozent der Beschäftigten, die aufgrund einer Erkältung krankgeschrieben waren, eine Antibiotikaverordnung erhalten. Die Verschreibungsquote ist damit seit 2014 von damals 37,8 Prozent um ein Drittel gesunken. Das geht aus aktuellen Daten des Gesundheitsreports der Techniker Krankenkasse (TK) hervor. Auch bundesweit stellten Ärzte erkältungsbedingt im Schnitt weniger Verordnungen aus – der Anteil der Antibiotikarezepte liegt 2018 bei 22 Prozent. Den höchsten prozentualen Anteil an Verordnungen gab es mit 30 Prozent im Saarland – den niedrigsten mit 17,7 Prozent in Berlin.

„Ärzte müssen flexibler werden“

Angesichts von faktisch jährlichen Honoraranpassungen bei niedergelassenen Ärzten dürften gesetzlich Versicherte „zu Recht erwarten, dass sich die Öffnungszeiten der Praxen nach ihren Bedürfnissen richten“, kritisierte Stefanie Stoff-Ahnis, Vorstand beim GKV-Spitzenverband, im Gespräch mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Viele Menschen griffen auf Online-Services zurück. Niedergelassene Ärzte in Deutschland hätten sich allerdings auf diese veränderte Lebenswirklichkeit bisher noch nicht eingestellt. „Die Ärzteschaft ist dringend gefordert, mit der Zeit zu gehen und über mehr Flexibilität und Koordination untereinander die Versorgung der Patienten zu verbessern.“ Im Zeitalter der Online-Kommunikation, so Stoff-Ahnis weiter, würden Versicherte erwarten, dass ihnen auch per Videosprechstunde geholfen werde.

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