Politik

Kalenderwoche 9-2020

Kurzmeldungen Februar 2020

„Wir schützen die, die uns beschützen“

Ärzte, Pfleger und Helfer in der Notfallversorgung sollen künftig besser gegen Übergriffe geschützt werden. Das ist Teil eines Gesetzentwurfs zur Bekämpfung des Rechtsextremismus und der Hasskriminalität, der am 19. Februar 2020 vom Kabinett verabschiedet wurde. Damit reagiert die Bundesregierung auf die steigende Zahl von Gewalt gegen medizinisches Personal. Dafür soll der besondere strafrechtliche Schutz auf medizinisches Personal von ärztlichen Notdiensten und in Notfallambulanzen erweitert werden. „Ärzte und Pflegekräfte werden gerade bei Not- und Nachtdiensten immer häufiger verbal oder sogar tätlich angegriffen. Das ist absolut inakzeptabel. Helfer genießen den besonderen Schutz unserer Gemeinschaft. Deshalb verschärfen wir die Strafen bei Gewalt gegen Ärzte, Pflegekräfte und Helfer in der Notfallversorgung. Davon soll das Signal ausgehen: Wir schützen die, die uns beschützen. Selbstverständlichkeiten des gesellschaftlichen Miteinanders stehen für uns nicht zur Disposition. Ärzte und Pflegekräfte verdienen Respekt. Dass wir das betonen müssen, ist allerdings traurig genug“, so Bundesgesundheitsminister Jens Spahn.

27,94

Prozent der als Zahnarzt Tätigen sind Angestellte.
Quelle: BZÄK

2. Zahnärztinnentag der KZV Westfalen-Lippe

Die Aufgabe der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe ist, auch in Zukunft die vertragszahnärztliche Versorgung in Westfalen-Lippe flächendeckend zu sichern. Dabei haben Frauen zukünftig einen wesentlich höheren Anteil an der Versorgung, aber auch an der zahnärztlichen Selbstverwaltung. Schon heute sind 53,1 Prozent der KZVWL-Mitglieder bis 50 Jahre weiblich. Nach dem Erfolg der Pilotveranstaltung im vergangenen Jahr richtet die KZVWL darum auch in diesem Jahr am 7. März 2020 in Münster erneut eine Zahnärztinnentag aus. Im Fokus stehen hierbei Themen wie die Praxisgründung, Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie gesetzliche Regelungen, zum Beispiel bei Schwangerschaft. Im Anschluss findet außerdem ein Speeddating für Praxisgründer, Praxisabgeber und Berufsausübungsgemeinschaften statt.

Verschlüsselung zum Schutz von ePA-Daten

Die Gematik hat den Schlüsselgenerierungsdienst für die Plattform der Telematikinfrastruktur beauftragt. Der Vertrag mit D-Trust, einem Unternehmen der Bundesdruckerei GmbH, wurde im Hause der Gematik unterzeichnet. „Die Verschlüsselung von Patientendaten ist die entscheidende Basis für das sichere digitale Gesundheitsnetz“, sagte Dr. Markus Leyck Dieken. Entsprechend hoch seien die Anforderungen an die einzelnen Elemente wie die Schlüsselgenerierungsdienste. „Nur so sind die Daten sicher – heute, morgen und auch übermorgen.“ Die Daten in der elektronischen Patientenakte (ePA) werden stets verschlüsselt abgelegt. Um auf diese zugreifen zu können, bedarf es verschiedener Schlüssel, die wiederum geschützt werden. Um ein hohes Sicherheitsniveau gewährleisten zu können, werden die Schlüssel anschließend kryptographisch auf zwei voneinander unabhängige Schlüsselgenerierungsdienste verteilt. Jeder Aktenanbieter entscheidet sich für einen Schlüsselgenerierungsdienst, mit dem er zusammenarbeiten möchte – vorausgesetzt, dieser ist von der Gematik zugelassen. D-Trust betreibt hingegen den einzigen Schlüsselgenerierungsdienst, der von der Gematik direkt beauftragt wird und der bei allen Aktensystemen als zweiter Schlüsselgenerierungsdienst genutzt wird.

Lieber weniger süß als Zucker-Ersatz

Übermäßiger Zuckerkonsum ist gesundheitsschädlich. Doch wer Zucker reduzieren möchte, nimmt am besten weniger zuckerhaltige Lebensmittel zu sich. Anzuraten ist auch, die eigene Süßpräferenz, also die Schwelle der Wahrnehmung für Süßes, zu senken. Süßungsmittel als Zuckerersatz stellen nur die zweitbeste Lösung dar – zumal es hier noch viele offene Fragen gibt. Das rät die Ernährungsfachgesellschaft Society of Nutrition and Food Science (SNFS) mit Sitz an der Universität Hohenheim in Stuttgart. Vor allem versteckt in Lebensmitteln kann er ein Problem darstellen. Zucker hat einen schlechten Ruf. „Um Zucker und seine Alternativen ranken sich viele Mythen, die bisweilen von den Fakten weit entfernt sind“, stellt Prof. Dr. Jan Frank fest, der als Ernährungswissenschaftler an der Universität Hohenheim und Vorsitzender der SNFS fungiert. „Auch Süßungsmittel sind gesundheitlich nicht unumstritten.“

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