Zahnmedizin

Aufruf

Praxen gesucht: Wer hilft Truckern mit Zahnschmerzen?

Trucker mit Zahnschmerzen.
Fehrenkötter

Auch Trucker haben mal Zahnschmerzen. Über DocStop können sie sich schnelle medizinische Hilfe vermitteln lassen.

Welche Zahnarztpraxis kennt das nicht? Die Terminfestlegung für Behandlungssitzungen bei Patienten, die ihren Lebensunterhalt als Lastkraftwagenfahrer bestreiten, ist eine oft nur schwer organisierbare Angelegenheit.

Arbeitszeiten von mehr als 40 Wochenstunden mit einem morgendlichen Arbeitsbeginn vor sechs Uhr und sehr langen Tagen unter permanentem Zeitdruck sind bei Berufskraftfahrern- und immer häufiger auch -fahrerinnen, mittlerweile die Regel. Noch schwieriger zu organisieren ist für sie eine Behandlung, wenn gesundheitliche Probleme im Dienst, also unterwegs – und dann noch zusätzlich überraschend – auftauchen.

„Nur ein gesunder Fahrer ist ein sicherer Fahrer“, hebt Joachim Fehrenkötter, geschäftsführender Vorsitzender des gemeinnützigen Vereins DocStop mit Sitz in Ladbergen hervor. „Schmerzen im Allgemeinen, aber insbesondere gerade Zahnschmerzen, können die Fahrtüchtigkeit unter Umständen weitaus mehr beeinträchtigen als Alkohol am Steuer“, betont der engagierte Eigentümer eines großen Transport- und Logistik-Unternehmens mit mehr als 100 Lkw-Fahrern. Gemeinsam mit DocStop-Gründer und stellvertretendem Vorstandsmitglied, Rainer Bernickel, rührt er deshalb die Werbetrommel für die gemeinnützige Initiative. Die Idee für DocStop kam Bernickel übrigens, als er als Autobahnpolizist bei bundesweiten Fernfahrer-Stammtischen erfuhr, mit welchen Problemen die Fahrer bei der medizinischen Versorgung zu kämpfen haben.

 

Auf vielen Lkw wird auf die Initiative DocStop aufmerksam gemacht.
DocStop e.V.

Auf vielen Lkw informiert die Initiative DocStop über ihre Arbeit.

Bundesweite Aktionsgemeinschaft 

DocStop e.V.: Von dieser im Jahre 2007 gegründeten und seither nicht nur bundesweit, sondern auch zunehmend verstärkt grenzüberschreitend in Europa agierenden Aktionsgemeinschaft wird „Bus- und Lkw-Fahrern/innen“, so satzungsgemäß die Ziel- und Mitgliedergruppe, im Fall einer plötzlich erforderlich werdenden, unverschiebbar anstehenden ärztlichen oder zahnärztlichen Behandlung eine schnelle fachliche Hilfe vermittelt.

Das ist ganz und gar kein übereifriger Aktionismus, sondern gezielte Hilfe zur Selbsthilfe, bedenkt man, dass etwa 800.000 deutsche Fahrer im Güterfernverkehr auf Straßen und Autobahnen unterwegs sind, von denen eine nicht kleine Zahl weitgreifend überregionale und internationale Ziele ansteuern. Dazu kommen noch ausländische Berufskraftfahrer, die in oder durch Deutschland fahrend Güter transportieren.

DocStop e.V. wird von allen Vereinsmitgliedern unentgeltlich und ehrenamtlich aufrechterhalten. Ebenso ist diese Vereinigung für alle Nutzer kostenfrei. Es bedarf keiner Mitgliedschaft und keiner Beiträge.

Europaweite Gründungen

Die europaweite Ausrichtung von DocStop e.V. zeigt sich darin, dass nach Dänemark und den Niederlanden nunmehr auch DocStop-Vereine nach deutschem Vorbild in Österreich, Polen und Tschechien gegründet wurden. Auch dort werden nun Netzwerke von DocStop-Stützpunkten sowie -Partner-Praxen und -Krankenhäusern aufgebaut.

In Deutschland selbst umfasst der Verein DocStop momentan rund 750 fachmedizinische Einrichtungen. Davon sind ungefähr zehn Prozent Zahnarztpraxen.

Übrigens: Die anfallenden Arzt- und Behandlungskosten werden nicht etwa durch DocStop e.V. beglichen. Die Ab- beziehungsweise Berechnung der entstandenen Kosten erfolgt seitens der behandelnden Einrichtung in gewohnt klassischer Weise, entweder direkt mit der Krankenkasse, über einen Auslandskrankenschein oder mittels Barzahlung.


+++ PRAXEN GESUCHT +++

Um den Anforderungen an eine medizinische oder zahnmedizinische Versorgungseinrichtung im Netzwerk von DocStop gerecht zu werden, müssen einige wichtige Voraussetzungen zuverlässig erfüllt sein:

• Die Praxis oder das Krankenhaus muss nahe der befahrenen Routen von Lastkraftwagen oder Fernbussen liegen.

• Ein für Lkw und Busse geeigneter Parkplatz muss in direkter Nähe vorhanden sein.

• Die ärztliche Behandlung muss so zeitnah wie nur möglich nach Eintreffen des Fahrers beziehungsweise der Fahrerin in der Versorgungseinrichtung beginnen. Wartezeiten sind zu vermeiden.

Sie möchten zahnmedizinischer Partner von DocStop werden?

Weitere Auskunft gibt Joachim Fehrenkötter, E-Mail: jfehrenkoetter@fehrenkoetter.de


Kontakt zu DocStop

Benötigen erkrankte Fahrer, respektive Fahrerinnen zeitnah spezielle medizinische Hilfe, so können sie unter der DocStop-Service-Hotline (01805) 112024 eine DocStop-Partner-Praxis in der erforderlichen Fachrichtung erfragen. Auch Krankenhäuser werden darüber vermittelt.

Alle Informationen zu DocStop können auch auf der Homepage www.docstop-online.eu sowie auf der Facebook-Seite eingesehen werden. Mittlerweile gibt es mehrere Apps für Smartphones mit einem Verzeichnis der DocStop-Stützpunkte sowie Mediziner und Zahnmediziner, die sich beteiligen.      

Dr. Markus Firla

Dr. Markus Firla

Dr. Markus Th. Firla ist seit 32 Jahren Zahnarzt. 1994 ließ er sich in Hasbergen-Gaste in eigener Praxis nieder, seit acht Jahren engagiert er sich im Verbund von DocStop. In dieser Zeit konnte er durch die Vermittlung dieser Aktions- und Hilfsgemeinschaft fünf Truckern, die auf internationaler Tour waren, zahnmedizinisch helfen. Seine Praxis liegt verkehrsgünstig an einem Autobahnkreuz, direkt daneben befindet sich ein Supermarkt mit großem Parkplatz, auf dem auch 38-Tonner-Sattelschlepper abgestellt werden können.