Klinisches Ergebnis für presskeramische Kronen und Teilkronen nach 19 Jahren (Zähne 14 bis 17).

Presskeramik-Kronen vs. CAD/CAM

Zementspalt: Randspalt und interne Passung von CAD/CAM-Kronen

Der Randspalt zahngetragener Kronen und Brückenpfeiler beeinflusst wahrscheinlich deren Prognose. Zwar konnte bisher kein Zusammenhang zwischen Spaltbreite und Sekundärkariesrate gezeigt werden [1]. Um die Mundhygiene zu erleichtern und aus ästhetischen Gründen ist aber immer eine gute Passung anzustreben.
Klinisches Ergebnis für presskeramische Kronen und Teilkronen nach 19 Jahren (Zähne 14 bis 17).

Klinisches Ergebnis für presskeramische Kronen und Teilkronen nach 19 Jahren (Zähne 14 bis 17).

Ob die Restauration Erfolg hat, hängt unter anderem von einer korrekten Präparationsgestaltung, Abformung, zahntechnischen Herstellung und Eingliederung ab.

In Bezug auf die Passung sind Randspalt und innere Kongruenz separat zu betrachten. So kann ein kleiner Spalt zwischen Stumpf und Krone mit einem großen, vertikal gemessenen Randspalt verknüpft sein.

In einer aktuellen In-vitro-Studie wurden adhäsive Lithiumdisilikat-Kronen (IPS e.max CAD) im digitalen Arbeitsfluss (Omnicam/Cerec MC XL) hergestellt. Ein in der Laborsoftware eingestellter Zementspalt von 90 µm führte dabei zu einem höheren Randspalt als Zementspalte von 120 oder 150 µm [2].


Für den eiligen Leser

  • Presskeramikkronen hatten in zwei In-vitro-Studien eine bessere interne Passung als mit CAD/CAM hergestellte Glaskeramikkronen.
  • Die Randspaltwerte unterschieden sich nicht signifikant.
  • Monolithische Presskeramikkronen waren biomechanisch stabiler als monolithische CAD/CAM-Glaskeramikkronen und verblendete Kronen (beide Methoden).
  • Die Ergebnisse wurden für beide Herstellungsmethoden als klinisch akzeptabel bewertet.
  • Eine randomisierte klinische Studie unter ergab universitären Bedingungen gleichermaßen hohe Überlebensraten.

Interne und mechanische Unterschiede

Beim Vergleich von intraoralen Scans und Silikonabformungen gab es für die CAD/CAM-Kronen keine signifikanten Randspalt-Unterschiede [2]. Dieser lag zwischen 49 und 117 µm und wurde bei allen Gruppen als akzeptabel bewertet. Klinisch fällt der Randspalt durchschnittlich höher aus, hier werden Werte von bis zu 120 µm als akzeptabel angesehen [3].

Interne Passung bei Presskeramik besser

In Bezug auf die interne Passung schnitten dagegen in derselben Studie Presskeramik-Kronen (IPS e.max Press) signifikant besser ab als CAD/CAM-Kronen [2]. In einer früheren Studie wurde für Kronen und Teilkronen aus IPS e.max Press ebenfalls eine bessere interne Passung  gefunden als für IPS e.max CAD [4].

Dies galt auch für einen internen Messpunkt im Bereich des Randspalts (innere Kurvatur der Präparation). Schmelzbegrenzte äußere Randspalte waren dort für Presskeramik signifikant geringer, dentinbegrenzte dagegen fast gleich.

Verblendung und Frakturstabilität

In einer weiteren Studie wurde untersucht, welchen Einfluss eine Verblendung auf die Frakturstabilität CAD/CAM-gefräster oder gepresster Glaskeramik-Kronen hat [5]. Monolithische Presskeramik-Kronen zeigten das günstigste biomechanische Verhalten  – im Vergleich zu CAD/CAM-gefrästen monolithischen und mit beiden Methoden hergestellten verblendeten Kronen (Weibull-Werte). Eine klinische Studie mit Seitenvergleich im selben Patienten zeigte nach sieben Jahren für beide Herstellungsoptionen gute Ergebnisse (monolithische Molaren-Teilkronen) [6].

Schlussfolgerungen

In vitro zeigten presskeramische Vorteile gegenüber CAD/CAM-Kronen. Entscheidend ist aber, wie sich die vielfältigen Herstellungsmethoden, Materialien und darauf abgestimmte klinische Arbeitsschritte auf die Langzeitprognose von Kronen und Brücken auswirken. Hierfür sind kontrolliert-prospektive Studien mit ausreichender Fallzahl notwendig, möglichst unter Praxisbedingungen.

Dr. Jan H. Koch, Freising

Dr. Jan H. Koch

Dr. med. dent. Jan Hermann Koch ist seit dem Jahr 2000 als freier Fachjournalist und Berater tätig. Arbeitsschwerpunkte sind Fachartikel, Pressetexte und Medienkonzepte für Dentalindustrie und Verbände. Seit 2013 schreibt Dr. Koch als fester freier Mitarbeiter für die DZW und Fachmagazine, unter anderem die Kolumne ZahnMedizin kompakt (Nachfolge Dr. Karlheinz Kimmel).