Raus aus dem Praxisalltag: Power für Dream Teams

Die Haranni Academie hat mit „Power für Dream Teams“ ein ganz neues Format entwickelt. Was ist die Idee dahinter?

Nicole Peitsch: Zum einen ist es natürlich schön, wenn jedes Praxismitglied entsprechend seines Aufgabenbereichs fortgebildet wird, neue Anregungen erhält und auf den neuesten Stand gebracht wird. Der Power-Team-Tag stärkt jedoch auch den Teamgedanken! Das gemeinsame Aufsuchen und Erleben einer Fortbildungsveranstaltung führt zum unmittelbaren Gedankenaustausch und zu Gesprächen, was während des Praxisalltags aus Zeitgründen leider häufig zu kurz kommt. Es stärkt das Wir-Gefühl. So wird aus Kollegen ein Team – und aus einem Team ein Dream Team.

Caroline Kristina Havers: Bisher sind viele Fortbildungen so konzipiert, dass sie entweder die Mitarbeiter im Management und der Verwaltung oder Behandlungsassistenz, die Azubis oder den Zahnarzt ansprechen. Der Team-Tag bietet für das gesamte Praxisteam interessante Themen, die auch übergreifend relevant sind. Wie in einer bunten Bonbontüte ist so für jeden etwas dabei.

Marion Werner-Pfadenhauer: Die Idee hinter dem Konzept eines Team-Tages basiert auf unseren Erfahrungswerten. Häufig ist es so, dass nur eine Mitarbeiterin zu einer Fortbildungsveranstaltung geschickt wird. Nicht selten – so berichten die Teilnehmer leider immer wieder – werden in den Praxen die neu gewonnenen Erkenntnisse erst gar nicht reflektiert. Und selbst wenn die Fortbildung in der Praxis zum Thema gemacht wird, werden die frisch gelernten Inhalte der Fortbildung oft nicht in die Tat umgesetzt. Dann sind die Teilnehmer frustriert, werten die Fortbildung als vergeudete Zeit.

Caroline-Kristina Havers
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Marion Werner-Pfadenhauer
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Nicole Peitsch
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Es gibt gemeinsame Vorträge, aber auch getrennte Workshops für Auszubildende, Behandlungsassistenzen, Verwaltungskräfte, Praxismanager und natürlich auch die Chefs. Was bietet das Programm im Einzelnen?

Nicole Peitsch: Wir präsentieren aktuelles Wissen zu aktuellen Themen, mit dem jedes Praxismitglied seinen persönlichen Arbeitsbereich optimieren (zum Beispiel Dokumentation und Reklamation) und sein Wohlbefinden steigern kann (zum Beispiel Persönlichkeit und Selbstbewusstsein). Außerdem geben wir Tipps zur Karriereplanung. Die Teilnehmer erhalten aber auch Gelegenheit, sich mit Themen wie beispielsweise einer papierlosen Praxis, der altersgerechten Praxis und Hypnosebehandlung bei Kindern auseinanderzusetzen.

Marion Werner-Pfadenhauer: Mit diesem Team-Tag wird das ganze Praxisteam ins Boot geholt. Die von allen Team-Mitgliedern besuchten Vorträge regen zum gemeinsamen Gespräch an, in den getrennten Workshops bekommen die Teilnehmer je nach Einsatzgebiet in den Praxen Gelegenheit, sich ganz individuell fortzubilden. Denn warum sollten sich Verwaltungskräfte oder Praxisinhaber beispielsweise mit dem Thema „Prüfungsvorbereitung“ beschäftigen? Oder Auszubildende zur ZFA sich um das Beschwerdemanagement kümmern? Wir bieten für jeden im Team den passenden Workshop.

Was war für Sie ausschlaggebend, um an dieser Veranstaltung als Referentinnen teilzunehmen?

Marion Werner-Pfadenhauer: Auch ich war jahrelang in der Situation, nach besuchten Fortbildungen neu gewonnene Erkenntnisse nicht in den Praxisalltag integrieren zu können. Viele Erfahrungen aus den Seminaren versanden einfach im Alltag. Oft fehlte die Zeit, und wenn dann irgendwann Zeit vorhanden war, war der frische Eindruck der Fortbildung zwischenzeitlich verblasst und die Motivation verschwunden. Meine Intention, als Referentin teilzunehmen, ist, Kolleginnen durch die gemeinsame Fortbildung zu motivieren, Inhalte der Schulungen möglichst zeitnah zu integrieren. Mein persönlicher Tipp ist, die Fortbildungen im Rahmen einer Teamsitzung zu reflektieren, wobei gleich das QM mitbedient wird.

Nicole Peitsch: Abgesehen davon, dass ich immer gerne die Gelegenheit wahrnehme, Kolleginnen zu treffen, mich auszutauschen und interessante Gespräche zu führen, hat mich die Idee des Workshops für Auszubildende begeistert. Die jungen Kolleginnen und vielleicht auch Kollegen von der Vielseitigkeit unseres Berufes und den weitgehend unbekannten Fortbildungsmöglichkeiten und Tätigkeitsfeldern zu begeistern, ist eine Gelegenheit, die ich mir einfach nicht entgehen lassen konnte.

Caroline Kristina Havers: Ich finde es immer spannend und lehrreich, so viele Kolleginnen zu treffen, die aus den unterschiedlichsten Praxen die verschiedensten Impulse mitbringen. Dieser Tag wird eine enorme Power und Motivationskraft versprühen – und ich bin gern ein Teil davon.

Sie kennen den Praxisalltag alle aus jahrelanger Erfahrung. Warum ist es so wichtig, dass Teams sich gemeinsam fortbilden?

Nicole Peitsch: Während einer Teamveranstaltung findet der Informationsaustausch mit den Kolleginnen umgehend statt, Begeisterung steckt an, und die Umsetzbarkeit in der „eigenen“ Praxis kann sofort geprüft und diskutiert werden, so lange das eben Gehörte noch abrufbar ist. Der Gewinn für die Praxis steigt, da die Wahrscheinlichkeit, dass Änderungen der Praxisabläufe und Gewohnheiten tatsächlich durchgeführt werden, enorm zunimmt.

Caroline Kristina Havers: Sie kennen doch das Stille-Post-Prinzip – eine Mitarbeiterin geht zu einer Fortbildung, lernt dort etwas und trägt das im Team vor. Bei dem Einen kommt das gut an und wird von diesem auch umgesetzt, der Andere hört nur halb zu und macht so weiter wie bisher. Manchmal wird der gelernte Inhalt auch nicht richtig weitergegeben und dadurch falsch umgesetzt. Umso mehr Team-Mitglieder an der Fortbildung teilnehmen, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie alle Informationen aufnehmen, über die sie sich dann austauschen können. Fortbildungen motivieren, und gemeinsame Aktivitäten stärken den Teamgeist.

Marion Werner-Pfadenhauer: Im Praxisalltag bleibt meist für Gespräche unter den Kollegen wenig Zeit – die gemeinsam besuchte Fortbildung ist eine gute Gelegenheit zum Teambuilding. Die Erfahrungen, die jede Kollegin in den Workshops oder Vorträgen gemacht hat, kann gleich in der Pause oder am Mittagstisch erörtert werden. Das bringt eine Menge Verständnis für den jeweiligen Aufgabenbereich innerhalb der Praxis und beugt Konflikten vor.

Weitere Informationen unter haranni-academie.de.