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Abschalten in der Freizeit

Studie: Ständige Erreichbarkeit stört Schlaf und Erholung

Dienstliche E-Mails nach Feierabend, der Chef ruft am Wochenende an: Von rund einem Viertel der Berufstätigen wird erwartet, dass sie auch außerhalb ihrer eigentlichen Arbeitszeiten erreichbar sind. Doch diese erweiterte Erreichbarkeit kann sich negativ auf die Leistungsfähigkeit und auf die Gesundheit auswirken – selbst wenn sie von den Beschäftigten freiwillig gewählt ist, positiv empfunden oder als notwendig angesehen wird. Das zeigt eine wissenschaftliche Studie der Initiative Gesundheit und Arbeit (iga).

Nach Feierabend mit dem Rad raus in die Natur und klingelt das Telefon ... Permanente Erreichbarkeit schadet der Erholung und damit der Gesundheit.
Oleksiy Rezin/Shutterstock.com

Nach Feierabend mit dem Rad raus in die Natur und klingelt das Telefon ... Permanente Erreichbarkeit schadet der Erholung und damit der Gesundheit.

Wie die iga in einer Presseinformation berichtet, leiden demnach Berufstätige, die auch in ihrer Freizeit für den Job auf Abruf bereitstehen, häufiger unter schlechterem Schlaf. Der Anteil der Beschäftigten, die wegen der permanenten Erreichbarkeit nicht zur Ruhe kommen, sich schlecht erholen oder gedanklich von der Arbeit lösen können, sei signifikant größer als bei Berufstätigen mit klar abgegrenzter Freizeit.

Ein Grund für die Negativfolgen ständiger Erreichbarkeit ist, so die iga, dass Erholungsphasen durch Phasen der Arbeit unterbrochen oder verkürzt werden. Zudem falle es den Betroffenen schwerer, sich in der Freizeit ausreichend von ihrem Job zu distanzieren und abzuschalten.

Auch die Partner leiden unter der ständigen Erreichbarkeit

Doch die Vermischung von Arbeit und Privatleben belastet auch die Partner: 68 Prozent gaben bei der iga-Studie an, durch die Erreichbarkeit ihres Lebensgefährten beeinträchtigt zu sein. Betroffen davon sind unter anderem familiäre Verpflichtungen, die gemeinsame Urlaubsgestaltung, aber auch die eigenen Schlaf- und Erholungszeiten. Bei den Ergebnissen spiele es keine Rolle, ob die Befragten die Erreichbarkeit ihres Partners außerhalb der regulären Arbeitszeiten begrüßen oder ablehnen.

Was die Trennung von Arbeit und Freizeit betrifft, äußerten viele Befragte das Bedürfnis nach klareren Grenzen: Ein Großteil der befragten Erreichbaren (60 Prozent) wünscht sich gesetzliche oder betriebliche Regelungen für die Erreichbarkeit. Bei ihren Partnern liegt die Quote bei 83 Prozent. Fast 70 Prozent der Lebensgefährten gaben an, Erreichbarkeit nach der Arbeit sollte komplett entfallen.

Zweiteiliges Forschungsprojekt zu den Auswirkungen ständiger Erreichbarkeit

Für die Studie wurden 125 Berufstätige unter Verwendung sowohl objektiver als auch subjektiver Messmethoden untersucht sowie deren Lebensgefährten befragt. Die Untersuchung schließt an die 2013 veröffentlichte iga-Studie „Auswirkungen von ständiger Erreichbarkeit und Präventionsmöglichkeiten” an. Das zweiteilige Forschungsprojekt ist laut iga eines der ersten, das die Auswirkungen ständiger Erreichbarkeit wissenschaftlich untersucht hat.

Die Ergebnisse der zweiten Studie sind im „iga-Report“ erschienen und stehen im Internet kostenlos zum Download bereit. Der Report enthält zudem Vorschläge zur Gestaltung der Erreichbarkeit und präventiver Maßnahmen sowie eine Checkliste, mit der Unternehmen überprüfen können, wie gut sie in Sachen ständiger Erreichbarkeit aufgestellt sind.


Initiative Gesundheit und Arbeit
In der Initiative Gesundheit und Arbeit (iga) kooperieren gesetzliche Kranken- und Unfallversicherung. Ziel der Initiative ist es, arbeitsbedingten Gesundheitsgefahren durch Arbeitsschutz und betriebliche Gesundheitsförderung vorzubeugen. Getragen wird iga vom BKK Dachverband e. V., der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV), dem AOK-Bundesverband und dem Verband der Ersatzkassen e. V. (vdek).


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