Oralmedizin kompakt

Neues aus der Forschung

Bewährte Methoden für Wurzelkaries und keilförmige Defekte

Neues aus der oralmedinischen Forschung
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Oralmedizin kompakt: Frisches Wissen für Ihre Praxis

Für Ihre Patienten wollen Sie auf dem Laufenden bleiben. Welche Methoden funktionieren – und sind möglichst mit Studien abgesichert? Die Kolumne Oralmedizin kompakt liefert Antworten. Fachjournalist Dr. med. dent. Jan H. Koch sichtet für Sie laufend wissenschaftliche und praxisorientierte Publikationen oder berichtet von Veranstaltungen. Die Beiträge finden Sie online auf unserer Landingpage. Gehen Sie auf Entdeckungsreise!

Bewährte Methoden für Wurzelkaries und keilförmige Defekte

Zervikale Defekte lassen sich je nach Entstehung und Lokalisation mit unterschiedlichen Materialien und Materialkombinationen restaurieren. In Bezug auf aktive kariöse Läsionen im Wurzelbereich wurden in einer Studie aus der Türkei klinisch 50 mit einem kompositverstärkten Glasionomer unterschichtete Kompositfüllungen („Doppelschicht-Technik“) und 50 Kompositfüllungen ohne Unterschichtung verglichen [1].

Nach 5 Jahren versagten 12 Restaurationen, davon 5 ohne und 7 mit Unterschichtung, ohne statistisch signifikante Unterschiede zwischen beiden Gruppen. Das galt auch in Bezug auf Randdichtigkeit, Randverfärbung, anatomische Form und Überempfindlichkeit nach Restauration. In vier Fällen (1 ohne, 3 mit Unterschichtung) wurde eine Sekundärkaries festgestellt.

Die Autoren folgern, dass eine Unterschichtung mit Glasionomer-Material keine Vorteile bringt. Die im Vergleich zur Literatur guten Erfolgsraten führen sie unter anderem auf die einmalig zu Beginn der Studie durchgeführte Mundhygiene-Instruktion zurück. In der Untersuchung wurde die Kompositfüllung mit einem milden selbst-ätzenden Adhäsiv gelegt [1].

Die selbstätzende Anwendung eines Universal-Adhäsivs erreichte in einer anderen Studie in nichtkariösen zervikalen Defekten mit Schmelzbegrenzung nach 24 Monaten ebenfalls akzeptable klinische Ergebnisse, wobei die Randdichtigkeit mit separater Schmelzätzung besser war [2]. Letzteres Protokoll zeigte in einer weiteren Studie mit 100 % nach drei Jahren gegenüber einem selbstätzenden (86,2 %) ebenfalls eine höhere Erfolgsrate [3].

Literatur

1. Koc Vural U, Gokalp S, Kiremitci A. Effect of cavity lining on the restoration of root surface carious lesions: a split-mouth, 5-year randomized controlled clinical trial. Clinical Oral Investigations 2020;24:979-989.
2. Rouse MA, May JT, Platt JA, Cook NB, Capin OR, Adams BN, et al. Clinical evaluation of a universal adhesive in non-carious cervical lesions. Journal of Esthetic and Restorative Dentistry; online 2020_08_05
3. Perdigão J, Ceballos L, Giráldez I, Baracco B, Fuentes MV. Effect of a hydrophobic bonding resin on the 36-month performance of a universal adhesive—a randomized clinical trial. Clinical Oral Investigations 2020;24:765-776.

 

Dr. Jan H. Koch

Dr. med. dent. Jan Hermann Koch ist seit dem Jahr 2000 als freier Fachjournalist und Berater tätig. Arbeitsschwerpunkte sind Fachartikel, Pressetexte und Medienkonzepte für Dentalindustrie und Verbände. Seit 2013 schreibt Dr. Koch als fester freier Mitarbeiter für die DZW und Fachmagazine, unter anderem die Kolumne ZahnMedizin kompakt (Nachfolge Dr. Karlheinz Kimmel).

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