Praxis

Trendthema Digitalisierung

Zehn dzw-Leser testen Intraoralscanner i500 von Medit

Der Testkandidat des neuesten dzw-Lesertests: der Intraoralscanner Medit i500
Medit

Der Testkandidat des neuesten dzw-Lesertests: der Intraoralscanner Medit i500

Nicht erst seit der Corona-Krise ist die Digitalisierung ein Top-Thema in den Zahnarztpraxen. Das Spektrum reicht von Online-Schulungen, Fort- und Weiterbildung bis zu neuen Verfahren, die den unmittelbaren Kontakt zwischen Patient und Behandler reduzieren können. Letzteres ist aber nur ein Aspekt, bei dem Intraoralscanner punkten können. Weitere sind die Genauigkeit, ein einfacherer „Dialog“ zwischen Praxis und Labor, die Dokumentation und der Patientenkomfort.

Vor fünf Wochen präsentierte die dzw den Lesertest „Intraoralscanner (IOS)“. Fast 50 Bewerbungen gingen ein, zehn Praxen ermöglicht die dzw-Redaktion nun, einen Intraoralscanner in der eigenen Praxis einsetzen zu können. Dazu erreichten die dzw auch mehrere zustimmende Leserbriefe, wie der von Dr. Nora Joos:

„Liebe DZW Redaktion,

 Eure Lesertest-Aktionen sind ein wirklich super Angebot – für die Tester selbst, aber auch für all diejenigen, die den Bericht mit der Zusammenfassung lesen. Ich persönlich könnte noch mehr von den Erfahrungen der Testpraxen profitieren, wenn diese eine Art Anwenderbericht erstellen würden. Der aktuelle IntraoralScanner-Test wird garantiert viele Erkenntnisse bringen, die nicht nur mir bei der Kauf-Entscheidung helfen werden.“

Dr. Nora Joos, Berlin

Die Tester werden ihre „Eindrücke“ im Anschluss an den Testzeitraum schildern und die dzw wird diese veröffentlichen.

Wie wir auch in der aktuellen Print-Ausgabe schreiben, hatte die dzw-Redaktion bereits 2019 einen Riecher und initiierte einen Experten-Round-Table, bei dem es um die Zukunft der analogen und der digitalen Abformung ging. Mit am Tisch saß Prof. Dr. Bernd Wöstmann (Justus-Liebig-Universität Gießen, ZZMK Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik, Gießen).

Wöstmann übernahm es damals diverse wissenschaftliche Studienergebnisse zur analogen und digitalen Abformung in die Diskussion einzubringen. Jetzt meldete er sich – zusammen mit seiner Kollegin Dr. Maximiliane Amelie Schlenz – zu Wort. Als Schlussfolgerung ihrer aktuellen Publikation (Bernd Wöstmann, Maximiliane Amelie Schlenz) schrieben die Autoren hier:

"Aus heutiger Perspektive ist insgesamt davon auszugehen, dass die digitale Abformung mittel- und langfristig die konventionelle Abformung vollständig ersetzen wird.“

Ein weiterer Teilnehmer des Experten-Round-Table war Dr. Ingo Baresel. Er gründete im Juli 2014 – zusammen mit Dr. Jens Baresel – die Deutsche Gesellschaft für digitale orale Abformung (DGDOA). Ziel dieser Gesellschaft sei die die Förderung, Entwicklung und Verbreitung der digitalen Abdrucktechnik in der Zahnmedizin. Auf der Homepage der DGDOA (www.dgdoa.de) werden der Stand der Dinge, die Vorteile und die Zukunft der digitalen Abformung wie folgt beschrieben:

"Bei Einzelzahnrestaurationen hat sich diese Variante als langzeitstabile und wirtschaftliche Vorgehensform durchgesetzt (Wright, Wittleben et al., 2009).

Das Indikationsfeld für optische Abformungen wurde und wird stetig erweitert. Umfassendere Restaurationen bis hin zur mehrgliedrigen Brückenkonstruktionen, Schienen sowie kieferorthopädischen Modellen können im digitalen workflow kosteneffektiv hergestellt werden.

Durch die dreidimensionale Darstellung der Behandlungssituation am Bildschirm mit Abbildung der Zahnstruktur und Gingivatextur kann eine sofortige Qualitätskontrolle vorgenommen werden. Durch den Einsatz neuer plastischer Verdrängungsmaterialien ist auch die bisher problematische Abformung subgingivaler Bereiche so gut wie gelöst.

Auch im Bereich der Implantologie scheint die, mit der digitalen Technik erreichbare Präzision, konventionellen Methoden überlegen zu sein. Scanbodies lassen digitale Systeme gegenüber konventionellen Abformungen schneller, präziser und weitaus komfortabler für Patient und Zahnarzt sein. Die Passgenauigkeit festsitzender Restaurationen, die mit intraoralen Scans erreicht wird, ist mit den Ergebnissen der konventionellen Abformung vergleichbar (Scotti, Candello et al., 2014).

Zunehmend erreicht die digitale Welt auch den Bereich der Kieferorthopädie. Die digitale Verfahrenskette ermöglicht in vielen Fällen eine Vereinfachung der Arbeitsabläufe, Dokumentation, Darstellung der Therapiefortschritte, sowie hochqualitative Ergebnisse. Zu den Vorteilen zählen neben der Rationalisierung die Reproduzierbarkeit sowie die Datenarchivierung."

Die dzw-Redaktion wird den technischen Entwicklungsprozess der digitalen Abformung weiter verfolgen und darüber berichten.

Gleiches gilt für die Erfahrungen, die unsere zehn Testpraxen mit der digitale Abformung machen. Im nächsten Schritt werden die ausgewählten Testpraxen von der dzw-Redaktion informiert und erhalten im Anschluss ein Unterlagen- und Informationspaket. Dieses enthält Informationen zum Produkt, einen an die „DGDOA-Kriterien zur Auswahl eines Intraoralscanners“ angelehnten Fragebogen sowie ein Formular zur Terminabstimmung für die Produkteinweisung in der Praxis.

Die Einweisung durch Produktspezialisten von Kulzer Dental erfolgt erst nach Erteilung einer schriftlichen Erlaubnis, die Praxis besuchen zu dürfen. Drei Wochen nach der Produktschulung und ausgiebiger Testung übersenden die Testpraxen den ausgefüllten Fragebogen an die dzw-Redaktion. Die Abholung der Testgeräte – oder gegebenenfalls die weitere Nutzung der Testgeräte – erfolgt in Abstimmung mit Kulzer Dental.


Der Testkandidat

Der Testkandidat Medit i500 bietet laut Hersteller einen kostengünstigen Einstieg in die digitale Abformung in Verbindung mit allen Vorzügen an Präzision, Effizienz und Produktivität. Dank der außerordentlichen „Wendigkeit“ des leichten Handstücks sei der Scanvorgang für Patienten – und die Anwender – gleichermaßen angenehm. Zwei Kameras sorgten für schnelle Scan-Ergebnisse und hoch aufgelöste Aufnahmen.

Der Medit i500 sei einfach zu bedienen, nicht nur der Zahnarzt, auch Assistenten können ihn mit einer sehr flachen Lernkurve verwenden. Das offene System ermögliche den Export von STL-, OBJ- und PLY-Dateien und durch eine integrierte Cloud-Lösung das unproblematische Teilen der Daten mit dem Dentallabor der Wahl. Die drei Entwicklungsschwerpunkte waren laut Hersteller Medit Genauigkeit, Benutzerfreundlichkeit und Geschwindigkeit. Um diese Aspekte kontinuierlich zu verbessern und vor allem die Bedürfnisse der Anwender berücksichtigen zu können, arbeitet das Medit-Entwicklungsteam unermüdlich am nächsten geplanten Software-Update.

So hat Medit in vorangegangenen Updates die Scansoftware um Optionen wie Gesichts-Scan, A.I.-Scanbody und Abutment-Matching sowie Randlinienerstellung erweitert. Updates zur Verbesserung der Scanleistung sind bei Medit grundsätzlich immer kostenfrei, und auch das nächste wird wieder nützliche Überraschungen bieten, so der Hersteller.