Kleine Pflanzenkunde

Der Weihnachtsstern ist ein Langschläfer

Weihnachtssterne sind keine einjährigen Pflanzen.

Weihnachtssterne sind keine einjährigen Pflanzen.

Der ursprünglich aus Südamerika stammende Weihnachtsstern (auch Adventsstern, Christstern oder Poinsettie genannt) gehört zur Familie der Wolfsmilchgewächse (Euphorbiaceae). Achtung: Da sein Milchsaft leicht hautreizende Bestandteile enthält, kann er nach dem Verzehr bei kleinen Haustieren wie Katzen, Kaninchen, Vögeln oder Hamstern zu Vergiftungserscheinungen führen.

Blüten
Fälschlicherweise werden die roten Blätter oft für die Blüte gehalten. Dabei handelt es sich aber um Hochblätter (Brakteen). Die eigentlichen Blüten sind die kleinen gelb-grünen Gebilde in der Mitte des Blättersterns, die man auch für Blütenstempel halten könnte. Bei der Wildform des Weihnachtssterns sind die Brakteen immer rot. Es gibt mittlerweile auch gezüchtete Sorten mit cremeweißen, gelben, rosafarbenen oder panaschierten Hochblättern. Andere Farben kommen durch Farbsprays zustande. Tipp: Wenn Sie einen langlebigen Weihnachtsstern kaufen wollen, achten Sie darauf, dass die kleinen Blüten im Zentrum der Hochblätter noch geschlossen sind und nicht farbig angesprüht wurden.

Standort
Ob der Adventsstern auch über Weihnachten gerettet werden kann, hängt zunächst davon ab, ob es ihm während der Transportkette zu kalt war – diese Pflanze mag weder Kälte noch Zugluft! Deswegen: Transportieren Sie den Weihnachtsstern gut verpackt nach Hause und wählen Sie den richtigen Standort.

Gießen
Der Christstern hält auch nichts von zu viel Nässe. Experten empfehlen, ihm alle sieben bis zehn Tage ein Tauchbad zu gönnen – je nach Topfgröße. Wenn innerhalb dieser Zeit die Erde trocken wird, ist das kein Problem.
Werden die Blätter gelb und fallen ab, sind die Wurzelballen zu nass. Lässt der Weihnachtsstern die Blätter hängen, was besonders bei direkter Sonneneinstrahlung leicht passiert, steht er zu trocken.

Blumenerde
Das mitgelieferte Substrat ist oft minderwertig und hält das Wasser nicht richtig; daher empfehlen Experten spätestens nach der Blüte ein Umtopfen. Als gutes Substrat hat sich Kakteenerde erwiesen, da sie wenig Feuchtigkeit speichert und der Weihnachtsstern zu häufiges Gießen besser mit dieser Erde verträgt als mit einer sehr humusreichen Erde.

Licht
Ebenso wie der Weihnachtskaktus ist der Weihnachtsstern eine Kurztagspflanze. Diese blühen nur bei weniger als zwölf Stunden Licht pro Tag. Bei uns bekommt er allerdings durch künstliches Licht wesentlich mehr Beleuchtung ab. Wird er länger als zwölf Stunden dem Licht ausgesetzt, tritt er in den Blühstreik und verliert mit der Blüte auch die roten Hochblätter: Der Langschläfer braucht eben seinen Schönheitsschlaf.

Nach der Blüte
Nach dem Abwurf der farbigen Hochblätter muss der Weihnachtsstern nicht entsorgt werden: Mit etwas Pflege kann übersommern und bringt dann im nächsten Jahr wieder seine farbigen Blätter hervor: Dazu wird der Christstern nach der Blüte stark zurückgeschnitten und in frisches, durchlässiges Substrat umgetopft. Den Sommer kann er an einem hellen Standort ohne direkte Sonneneinstrahlung im Freien verbringen, sollte aber, sobald der Herbst einsetzt und das Thermometer unter zehn Grad zeigt, wieder ins Haus geholt werden.

Die wieder kürzer werdenden Tage im Herbst führen zu einer erneuten Blütenbildung. Jetzt sollte die Pflanze für etwa sechs Wochen an einen abends nicht künstlich beleuchteten Ort gestellt werden (zum Beispiel Keller mit Fenster, Treppenhaus), um die Blütenbildung anzuregen. Alternativ kann er auch ab frühen Nachmittag mit einem großen Karton abgedeckt werden, bis die Hochblätter sich erneut umgefärbt haben.