Zahnmedizin

Orofan hilft bei Xerostomie

Balsam für Mund, Lippen und Zähne

Dr. Hinz Dental

Das Orofan Mundpflege-Gel wurde weiterentwickelt, um den Geschmack als auch die Verweildauer in der Mundhöhle zu verbessern.

Ausgetrocknete Mund- und Rachenschleimhäute sowie trockene Lippen können in vielen Lebenslagen auftreten. Besonders betroffen sind Menschen mit einer Xerostomie, aber auch bei Zahnbehandlungen, der Einnahme von Bluthochdrucksenkern, nach Bestrahlung, bei Beatmungspatienten und älteren Menschen stellen ausgetrocknete Schleimhäute eine Herausforderung für die Mundpflege dar. In Zusammenarbeit mit Dr. Hinz Dental haben die Forscher Prof. Dr. Peter Gängler und Dr. Tomas Lang vom ORMED Institute for Oral Medicine an der Universität Witten/Herdecke ein Mundpflege-Gel entwickelt, das eine wirkungsvolle Abhilfe bietet. Die Dr. Hinz Dental bringt das Orofan-Mundpflege-Gel jetzt mit einer verbesserten Rezeptur und gemeinsam mit Orofan-Lippenbalsam auf den Markt. Die dzw-Redakteurin Brigitte Dinkloh traf die beiden Zahnmediziner und Wissenschaftler zu einem virtuellen Interview.

Herr Prof. Gängler, wie sind Sie auf die Idee der Entwicklung der Orofan-Produktserie gekommen?
Prof. Dr. Peter Gängler: Prof. Hinz und sein Unternehmen sind in dem Bemühen, die Alterszahnheilkunde zu unterstützen, schon seit Längerem ein wichtiger Ansprechpartner für uns. Begonnen hat unsere Zusammenarbeit mit der Entwicklung einer Kombinationszahnbürste vor mehr als fünf Jahren. Die Orofan-Pflegezahnbürste kann sowohl für die Reinigung gesunder Zähne und Zahnzwischenräume genutzt werden, ebenso wie für die Pflege von Prothesen und Teleskopprothesen. Der Clou dieser Bürste ist die integrierte Entfernungshilfe für Schienen und Prothesen, und sie stellt somit gerade in Pflegeeinrichtungen eine Arbeitserleichterung dar. Fast zeitgleich mit der Zahnbürste haben wir mit der Entwicklung eines Mundpflege-Gels begonnen.

Prof. Gängler

Prof. Dr. Peter Gängler vom Institute for Oral Medicine (ORMED) der Universität Witten/Herdecke forscht seit vielen Jahren an einem effektiven Mundpflege-Öl.

Es heißt, Sie haben die Rezeptur des Gels verändert. Was kann das neue Orofan-Mundpflege-Gel besser als das alte?
Gängler: Wir haben das Mundpflege-Gel weiterentwickelt, weil wir sowohl den Geschmack als auch die Verweildauer in der Mundhöhle verändern wollten. Die Entstehung des Mundpflege-Gels geht auf eine jahrelange klinische Forschung und Entwicklung zurück. Inzwischen gibt es auch bei den Ausgangsstoffen Weiterentwicklungen. Im neuen Gel haben wir das seit Langem bekannte Chitosan durch ChitoClear ersetzt. Es handelt sich dabei um ein besonders gereinigtes Naturprodukt, das farblos und geruchlos ist und alle guten Eigenschaften einer antibakteriellen Wirkung, einer langen Verweildauer im Mund sowie einer soliden Haftkraft auf unterschiedlichen Geweben aufweist. Ausgehend von diesem biologischen Grundstoff haben wir das Mundpflege-Gel neu formuliert. Neben ChitoClear beinhaltet das Orofan-Mundpflege-Gel noch drei weitere Biopolymere, nämlich Aloe-vera-Extrakt, Hydroxyethylcellulose und ein Castoröl. Weitere Bestandteile sind Blumenextrakte, zum Beispiel aus Lavendel und Kamille, sowie Fruchtöle aus Zitrone und Orange. Als i-Tüpfelchen kommt noch Xylit hinzu, ein Zuckeralkohol mit einer sehr ausgeprägten antibakteriellen und kariostatischen Wirkung.

Alles in allem also ein sehr aufwendig komponiertes Produkt, das alle Hausmittel um Längen schlägt?
Dr. Tomas Lang: Richtig, es handelt sich um ein hochkomplexes Mittel, das beste, was man heute mit der modernen kosmetischen Industrie produzieren kann. Alle Inhaltsstoffe sind auf biologischer Basis produziert und dienen zur Unterstützung der physiologischen und biochemischen Reaktionen in der Mundhöhle. Indem das Gel das Mundhöhlenmilieu in seinem gesunden Zustand nachahmt, trägt es zu einem gesunden Mund- und Rachenraum bei. Dabei muss es nicht nur lange bestehen bleiben, sondern auch essbar sein und gut riechen und schmecken. All das zeichnet die genannten Substanzen aus.

Dr. Lang

Dr. Tomas Lang berichtet über die Einsatzmöglichkeiten auch in seinem Podcast www.intradental.de

Welche Vorteile bringen die Orofan-Produkte für die Zahnheilkunde?
Lang: Aus meinem klinischen Alltag ist Orofan praktisch nicht mehr wegzudenken. Angefangen als Gleitmittel bei der Quadrantenisolierung in der Kofferdamtechnik hilft es enorm, das Gummituch ohne viel Kraftaufwand durch den Zahnzwischenraum gleiten zu lassen und dabei gleichzeitig während und nach dem Eingriff die Fluorid-Bioverfügbarkeit im Zahnzwischenraum zu erhöhen. Weiter benutzen wir es vor dem Anlegen als Lippen- und Mundwinkelschutz. Es besitzt es eine ausgeprägte Schutzwirkung für die gesamte orale Mukosa, wenn Eingriffe ohne Kofferdam erfolgen, quasi als Kofferdam-Alternative. Diese Eigenschaft machen wir uns dann ebenfalls zunutze nach präendodontischen Aufbaufüllungen mit Gingivaexzision als Anwendung als Wundgel.

Ist der Nutzen des Orofan-Mundpflege-Gels auch wissenschaftlich belegt?
Gängler: Wir haben inzwischen vier Studien abgeschlossen mit unterschiedlicher Methodik, sie alle haben den Nutzen des Orofan-Mundpflege-Gels eindrucksvoll belegt. In den Studien haben sowohl Pflegekräfte unter Anleitung mit Gel und Zahnbürste gearbeitet, aber wir sind auch den anderen Weg gegangen und haben durch einen Prüfarzt die Mundhygiene durchführen lassen. Wir haben schließlich den Nutzen bei Probanden mit körperlichen und geistigen Beeinträchtigungen untersucht, genauso wie bei besonders vulnerablen Patienten unter der Dialyse. Nach 28 Tagen konnten wir hier eine dramatische Reduktion der Mundtrockenheit diagnostizieren.

Inwiefern profitieren besonders vulnerable Patienten von den Orofan-Produkten?
Lang: In der Intensivpflege können Patienten nicht mit einem normalen Mundpflegegel behandelt werden, weil man dafür Wasser braucht und das Gel schäumt. Wir haben beim Design des Gels von Orofan bewusst darauf geachtet, dass es zu keiner Schaumwirkung kommt, denn erstens mindert das den Reinigungseffekt und zweitens hat man nicht immer eine Absaugung zur Hand. Das Mundpflegegel von Orofan kann man mit der Bürste, dem Finger oder einem Wattestäbchen einarbeiten und dort belassen. Es kann verschluckt werden, auch in größeren Mengen. Dabei hat es den Vorteil, dass es nicht eintrocknet und eine wichtige Schutzschicht für die Mundschleimhaut bildet. Eine ausgetrocknete Mukosa ist nämlich sehr viel anfälliger für Viren und Bakterien, da der Speichelfilm keine natürliche Barriere mehr bildet. Wenn durch Medikamente, Erkrankung, Bestrahlung oder Beatmung die Speichelfließrate reduziert wird, ist die Schutzwirkung des Schleims auf die Schleimhaut nicht mehr vorhanden. Das Mundpflegegel übernimmt hier die Funktion des natürlichen Schutzes durch den Speichel und ermöglicht so die Sprachbildung.

Welche weiteren Produkte sind in der Orofan-Produktlinie vorgesehen?
Gängler: Neben dem Mundpflegegel haben wir auch einen Lippenbalsam entwickelt. Wie beim Mundpflegegel verbleibt der Lippenbalsam aufgrund seiner hydrophilen Eigenschaften auch beim Essen und Trinken am aufgetragenen Ort. Es ist Balsam gegen spröde Lippen, bei Herpes und Rhagaden. Zukünftig werden alle Produkte des Dr.-Hinz-Dental-Portfolios, die einen physiologischen Effekt auf die Mundhöhle haben, den Namen Orofan tragen. Es handelt sich dabei um eine Wortschöpfung meiner Frau: Oro steht für den Mundraum, für den Berg, aber auch für Gold, und Fan steht für jemanden, der etwas besonders liebt. So schien uns der Name Symbol für diese Produkte zu sein.

Sie beide sprechen über den Nutzen der Orofan-Produkte auch in Ihrem Podcast?
Lang: Ja, intradental.de ist ein Podcast von Zahnärzten für Zahnärzte. Es geht mir dabei um den Brückenschlag von der Wissenschaft in die Praxis. In der Praxis werden mitunter so altertümliche Methoden angewendet, die in der Wissenschaft längst nicht mehr diskutiert werden, aber sie halten sich. Und umgekehrt dauert es manchmal Jahrzehnte, bis neue wissenschaftliche Erkenntnisse in der Praxis ankommen. Der Podcast hat die Intention, diese Lücke zu schließen, und in Folge 12 unterhalten sich Prof. Gängler und ich über die Entwicklung von Orofan; wie ich hoffe, auf kurzweilige und unterhaltsame Art und Weise.
Den Podcast zu Orofan können Sie nachhören unter www.intradental.de

 

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