Politik

Corona-Krise

Stärkere Beteiligung der PKV gefordert

Die gesetzlichen Krankenkassen (GKV), die Vertragsärzte und die Vertragszahnärzte in Hamburg fordern eine stärkere Beteiligung der privaten Krankenversicherung (PKV) an den Lasten der Corona-Pandemie. Insbesondere kritisieren sie, dass den weitaus größten Teil der Gesundheitskosten bislang allein die gesetzlich Versicherten und ihre Arbeitgeber stemmen müssten.

Mangelnde gesellschaftliche Verantwortung

„In der Krise stehen alle Akteure im Gesundheitswesen zusammen und beweisen, dass wir ein sehr leistungsfähiges und solidarisches Gesundheitswesen haben, auf das wir stolz sein können“, sagt die Leiterin der vdek-Landesvertretung, Kathrin Herbst, stellvertretend für die Krankenkassen in Hamburg. Umso bedauerlicher sei es, so Herbst weiter, dass die privaten Krankenversicherer ihrer gesellschaftlichen Verantwortung bisher nur teilweise gerecht würden. Als Beispiel führt sie die Schutzausrüstung an, an deren Finanzierung sich die PKV nur sehr unzureichend beteilige. Die gesetzlichen Krankenkassen hätten es ermöglicht, dass auch für die PKV-Versicherten die Ärzte auf die von der GKV finanzierte Schutzausrüstung zurückgreifen konnten. Hier sei die GKV in Vorleistung gegangen und habe Verantwortung gezeigt. Dass die PKV diese Kosten den gesetzlich Versicherten nicht erstatten will, sei nicht tolerierbar.
Walter Plassmann, Vorsitzender des Vorstands der KV Hamburg, ergänzt: „Die erfolgreiche Eindämmung des SARS CoV-2-Virus in Deutschland ist wesentlich auf die ambulante ärztliche Versorgung zurückzuführen. Um diese dezentrale Versorgung zu gewährleisten, musste in großer Schnelligkeit und häufig improvisiert gehandelt werden. Das kam auch Privatversicherten zugute, sodass wir kein Verständnis dafür haben, dass die PKV ihren Anteil an den aufgelaufenen Kosten nicht tragen will.“
Dr./RO Eric Banthien, Vorstandsvorsitzender der KZV Hamburg: „Die ablehnende Haltung der PKV, sich finanziell an dem Schutzschirm für die Zahnärztinnen und Zahnärzte oder an der Ausstattung der Schwerpunktpraxen für Covid-19-Erkrankte mit Schutzausrüstung zu beteiligen, ist mehr als enttäuschend. Wir erwarten hier mehr Engagement.“

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