15. Symposium des BDDH

"Mein Alltag in der Praxis"

Volle Kraft voraus mit dem neuen Vorstand des BDDH (v.l.): Aydan Sachs, Christin Damann, Petra Strotmann und Marion Günther.
BDDH

Volle Kraft voraus mit dem neuen Vorstand des BDDH (v.l.): Aydan Sachs, Christin Damann, Petra Strotmann und Marion Günther.

Kaffeeduft liegt in der Luft, die Aussteller der Dentalausstellung stehen bereit für viele interessierte Fragen, immer mehr Kolleginnen treffen im Forum des Mövenpick-Hotels in Münster ein. Für viele ist das Symposium des Berufsverbands Deutscher Dentalhygienikerinnen (BDDH) quasi zum Klassentreffen geworden. Ein angeregter Austausch bei kleinen Frühstückssnacks beginnt.

Pünktlich um 9 Uhr eröffnete die langjährige Präsidentin Irene Thiesen das Symposium und verkündete interessante Neuigkeiten: Thiesen gab das Ende ihrer Amtszeit bekannt, damit steht dem BDDH ein Generationenwechsel bevor. Auf der jährlichen Mitgliederversammlung am Vortag war ein neuer Vorstand gewählt worden. „Es ist an der Zeit, den BDDH in jüngere Hände zu geben“, so Thiesen und stellte den neuen Vorstand vor.

Die Nachfolge von Thiesen als Präsidentin übernimmt Aydan Sachs, Stellvertreterin ist Christin Damann. Als neue Schriftführerin tritt Petra Strotmann in den Vorstand ein, mit Marion Günther als Schatzmeisterin bleibt den Dentalhygienikerinnen ein erfahrenes Gründungsmitglied aus dem bisherigen Vorstand erhalten. Damit geht eine Ära zu Ende. Zumal nach Dorothee Neuhoff 2011 nun auch Irene Thiesen als Gründungsmitglieder und Martina Gravemeier den Vorstand des BDDH verlassen.

Aydan Sachs freute sich über das ihr entgegengebrachte Vertrauen. „Dieses Ehrenamt ist für mich Verpflichtung und Herausforderung zugleich“, so die neugewählte Präsidentin. „Im Team werden wir mit Tatkraft und Kreativität Grundlagen für die erfolgreiche Zukunft des BDDH legen. Die geschätzte Qualität des BDDH ist dabei die beste Basis, um bestehende und neue Ziele zu erreichen“, blickt Sachs in die Zukunft.

Nach Bekanntgabe der personellen Veränderung startete das Symposium 2019 mit seinem abwechslungsreichen Programm zu Themen, die uns in unserem Praxisalltag begegnen. DH Ann-Kathin Schröter moderierte das Symposium und führte redegewandt durch den Tag. Den Anfang machte Physiotherapeutin Ina Budde, Wallenhorst. Sie gab wertvolle Tipps zur Vermeidung von Rückenschmerzen und Ergonomie am Arbeitsplatz – die ein oder andere Zuhörerin hat sich sicher angesprochen gefühlt. Die Message, mehr auf sich zu achten, kam an.

Im Anschluss stellte Prof. Dr. Alexander Mellmann, Hygieneinstitut UKM, die kritischen Bereiche und Infektionsquellen in der Praxis dar und gab Hilfestellung zur Verbesserung der Hygienecompliance im Praxisteam.

Der Vortrag von Prof. Dr. Adrian Lussi, Bern, beschäftigte sich mit der immer noch unverzichtbaren Wirkung von Fluoriden in der Prophylaxe. Er beleuchtete neben den bekannten Wirkmechanismen auch mögliche Alternativen und kritische Gegenstimmen. „Die Dosis macht das Gift“, resümierte Lussi in seiner charmanten Schweizer Art.

Christa Maurer, Lindau, motivierte im Anschluss zu einer vertrauensvollen Teamarbeit in der Praxis. Sie zeigte Grundsätze auf, wie eine respektvolle Zusammenarbeit funktioniert und das „Wir-Gefühl“ gesteigert werden kann. Nur in einem gut motivierten Team, so Maurer, lassen sich Ziele erreichen.
Nach dem Mittagessen war ausreichend Zeit, sich auf der Dentalausstellung aktuelle Informationen zu Pflegeprodukten und Hilfsmitteln, Therapeutika, Instrumenten und Geräten zu holen.

Im Anschluss gab DH Sona Alkozei, Bremen, praxisnahe Tipps und Tricks zur Einrichtung einer Diabetessprechstunde – und begeisterte mit ihrer offenen Art.
Als letzten Referenten des Tages begrüßte Ann-Kathrin Schröter Prof. Dr. Dr. Dr. Dominik Groß mit dem Thema „Ethik in der Zahnmedizin – was geht mich das an?“. Groß interpretierte dieses Thema auf interessante und praxisnahe Weise. Er beleuchtete den ethischen Aspekt als Entscheidungshilfe in schwierigen Situationen, brandaktuell in Hinsicht auf die Flüchtlingssituation und den neu zu erlernenden Umgang mit fremden Kulturen. Groß zeigte auf, wo in der täglichen Kommunikation mit Patienten ethisch bedenkliche Situationen auftreten können.

Die scheidende Präsidentin Irene Thiesen und ihre Nachfolgerin Aydan Sachs bedankten sich bei der großen Teilnehmerinnenschar und luden für das kommende Symposium am 16. Mai 2020 ins Mövenpick-Hotel in Münster ein. Mit Spannung kann erwartet werden, was der neue Vorstand bis dahin zu berichten hat.

Petra Strotmann, Havixbeck


Petra Strotmann ist Dentalhygienikerin. Von 1999 bis 2001 absolvierte sie die Ausbildung zur ZFA und ließ sich 2004/2005 zur ZMP und 2016/2017 zur DH an der Zahnärztekammer WL weiterbilden. Sie ist als angestellte DH in der Zahnarztpraxis Kühnholz in Havixbeck tätig und seit Mai 2019 Schriftführerin des Berufsverbands der deutschen Dentalhygienikerinnen.

Kontakt: p.strotmann@gmx.net

 

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