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Macht der Gedanken

Ist deine Energie und Motivation ausgeglichen?

Stapel Steine ausgeglichen
Sean Stratton / Unsplash.com

Kennst du das? Es ist Montagfrüh und du denkst: „Och nee, Montag!“ oder es ist Freitag und du denkst „Endlich Wochenende!“. Diese Gedanken, Gedanken, die du vielleicht laut aussprichst, beeinflussen deinen Energielevel und lenken deinen Fokus, mit dem du dich durch den Tag bzw. durch die Woche bewegst. Denn wie du denkst, so wirst du dich letztlich verhalten.

Wann warst du das letzte Mal verliebt, hast dich für etwas interessiert oder richtig Spaß gehabt? Wie hast du dich in diesen Situationen gefühlt? Verbunden, begeistert, ausgelassen? Hast du die Augenblicke genossen? Es ist immer wieder erstaunlich, wozu unserer Körper fähig ist, wenn wir uns in Hochstimmung befinden. „Ich könnte Bäume ausreißen“, „Ich bin stolz wie Oskar“ oder „Ich könnte die ganze Welt umarmen“ beschreiben es treffend und drücken Kraft, Stolz und Wohlwollen aus. Positive Emotionen, Interesse sowie Sinnhaftigkeit fördern das empfundene Maß an Energie. Ein Mangel an Motivation ist in diesen Situationen nicht zu erkennen.

Der Alltag und seine Tücken

Doch nicht jeder Tag ist interessant und motivierend, auch bietet er nicht immer Gelegenheiten ausgelassen oder in das verliebt zu sein, womit wir uns gerade beschäftigen. Im Gegenteil! Manchmal sind wir traurig, können das, was wir tun sollen, überhaupt nicht leiden und von Spaß kann nicht die Rede sein. Wir hängen durch, haben das Gefühl, wenig oder gar keine Kraft mehr zu haben. Die Hochstimmung ist einem Tief gewichen. Gerne neigen Menschen in solchen Situationen zu Verallgemeinerungen wie: „Alles ist sch…“, „Nie klappt etwas...“ und die beteiligten Personen werden als doof bezeichnet und so manche denkt: „Was mache ich eigentlich in einer Praxis, die mich und meine Arbeitskraft nicht zu schätzen weiß?“ Die Gedanken kreisen und pimpen das Tief zu einem kleinen oder gar großen Orkan im eigenen Kopf auf. Die mit den Gedanken einhergehenden Gefühle intensivieren, verschlechtern sich und Energie fließt ab.

Dauern Umstände, die zu solchen Gedan­ken und schlechten Gefühlen führen, über einen län­geren Zeitraum an, verschlechtert sich nach und nach der Energiehaushalt. Erschöpfung macht sich bemerkbar, fehlende Motivation lässt Desinteresse vermuten. Doch mangelnde Motivation kann unterschiedliche Gründe haben. Gründe, die nur du ergründen und an denen nur du etwas verändern kannst. Du kannst dich an die Gründe herantasten, indem du dich nach dem zurzeit nicht erfüllten Bedürfnis fragst! Dort, wo ein Mangel besteht, haben die Energieräuber bereits abgeräumt.

Ein Beispiel: Du fühlst dich wenig mit der Praxis verbunden, deine Motivation ist in den letzten Monaten gesunken, denn deine Meinung und Ideen werden auf den Teamsitzungen nicht wertgeschätzt. Tritt eine solche Erfahrung wiederholt auf, schwindet in der Selbstwahrnehmung die Bedeutung der eigenen Ideen und Wirk­samkeit. Schaltet sich dein Verstand hinzu und nimmt eine Bewertung vor, zum Beispiel „Was ich sage, will sowieso niemand hören“, verschwindet weitere kostbare Motivation und Energie.

Den Energien auf der Spur

Unsere Energien verteilen sich auf vier verschiedene Bereiche: Körper, Emotion, Verstand und Bedeutung. Wenn du bei dir ein Tief feststellst, gibt es drei Schritte mit denen du das umwandeln kannst.

  • Schritt 1: Stelle fest, auf welcher Ebene ein Energiemangel herrscht
  • Schritt 2: Entlarve deine Energieräuber
  • Schritt 3: Finde passende Energiequellen

Energieräuber auf allen Ebenen

Achte darauf, wem du die Tür zu deinen Ressourcen öffnest, denn wenn du nicht aufpasst, nehmen Diebe deine komplette Energie und Freude. Ernährst du dich beispielsweise dauerhaft von Fast Food, führst du deinem Körper stetig weniger nachhaltige Energie zu. Auf Dauer schadet dir diese Ernährungsweise genauso wie zu wenig Schlaf oder mangelnde Bewegung. Die Energiesäule Körper gerät aus der Balance. Gibt es immer wieder Streit unter den Kolleginnen oder Zuhause, greifen die Energieräuber die Säule Emotion an, die ebenfalls ins Wanken gerät. Stumpfsinnige Aufgaben und keine Aussicht auf Weiterbildung oder Entwicklung bringen schließlich noch Verstand und Bedeutung aus dem Gleichgewicht und geben deinem Energiehaushalt den Rest. Höchste Zeit, etwas für dein Wohlbefinden zu tun, und zwar aus reinem Interesse an deiner eigenen Gesundheit.

Energiequellen und ihre Wirkung

Kraft lässt sich aus vielen Dingen schöpfen, du musst die finden, die zu dir passen und dir wirklich Energie schenken. Bist du beispielsweise ein Sportmuffel, dann macht es wenig Sinn, wenn du dich zum Sport quälst, da du mittelfristig immer wieder Gründe finden wirst, wieso es mit dem Sport in dieser Woche nicht funktioniert. Willst du deiner Energiesäule Körper mehr Bewegung zufügen, kann dies durch den abendlichen Spaziergang oder dem Tanzkurs am Wochenende erfolgen. Neue Impulse kannst du deinem Verstand durch das Lesen von Fachzeitschriften oder dem Vertiefen deiner Englischkenntnisse zuführen. Gemeinsames Lachen fördert positive Emotionen, die du zum Beispiel mit gemeinschaftlichen Mittagspausen in der Praxis oder Erlebnissen fördern kannst. Engagiere dich in der Lehrlingsausbildung, sei Mentor, oder sei dir dessen bewusst, dass deine Unterstützung benötigt wird, um den Arbeitsalltag reibungslos zu gestalten. Die sogenannte gute Tat (Bedeutung) hat einen hohen Einfluss auf das Level deiner Zufriedenheit und damit auf deine Motivation und deinen Energiehaushalt. Nutze daher alle Quellen, um auf allen Ebenen die Kraft zu schöpfen, die du für ein ausgeglichenes Arbeitsleben benötigst.

Energiesäulen und -Quellen

Stress, nein danke

Wenn etwas oder jemand dein Interesse weckt, legst du deinen Fokus auf diese Situation beziehungsweise diesen Menschen. Ob dieses Interesse dir Kraft gibt oder nimmt, liegt bei dir. Denn du entscheidest, in welcher Weise du dich der Situation oder dem Menschen zuwenden möchtest. Ob du beispiels­weise auf eine Palme (der Reiz des Interesses) steigst und dich über die Situation oder den Menschen aufregst, oder ob du  nach einer Lösung der Situation oder des empfundenen Konflikts suchst. Das Vorgehen entscheidest einzig und allein du! Du bestimmst, ob du Energie in die Aufregung, in die Zuspitzung des Tiefs oder in die Lösung der Situation investierst.

Folgende Methode, kann dich dabei unterstützen Klarheit in die Situation zu bringen
Du entscheidest, ob der Reiz (Situation/Mensch) relevant oder irrelevant ist. Ist es relevant, also deines Interesses, deiner Auseinandersetzung mit der Situation wert, prüfe, was der Reiz bei dir auslöst. Empfindest du eine Bedrohung oder eine Belastung, dann frage dich, woher dieses Gefühl kommt. Irrationale Gefühle können so schnell enttarnt werden. Bleiben die Gefühle der Belastung oder gar Bedrohung erhalten, solltest du mit jemanden darüber sprechen und gemeinsam nach möglichen Erklärungen und Lösungen suchen. Denn Stress entsteht dort, wo eine Bedrohung oder Belastung empfunden wird. Durch ein Gespräch mit einer neutralen Person kannst du die wahrgenommene Bedrohung oder Belastung in den meisten Fällen relativieren. Damit sinkt dein Stresspegel und du schützt deinen Energiehaushalt und deine Nerven.

Gemeinsam stark

Möchtest du dir oder deinem Team etwas Gutes tun, dann mach die Energieräuber und Energiequellen zu eurem Thema am nächsten Teamtag. Teamtag? Ja, den sollte sich jede Praxis gönnen. Denn Teamtage fördern nicht nur das bessere Kennenlernen und das Verständnis füreinander, sondern auch die Leistungsfähigkeit und die Willigkeit eines Teams. Sich im Team des eigenen Energiehaushalts bewusst zu werden und gezielt Strategien für deren Balance zu finden, senkt den Stresspegel aller Teammitglieder und reduziert die Krankheits- und Fluktuationsrate, sodass ihr mit den berühmten Worten von Jean-Luc Picard (aus Star Trek) mit „ENERGIE“, in den Praxisalltag starten könnt.

Antonia Montesinos

Antonia Montesinos ist seit mehr als 25 Jahren in der Dentalbranche tätig. Sie ist Beraterin, Mediatorin, Coach und Teamtrainerin. In ihren interaktiven Workshops wird stets das Team in den Mittelpunkt gestellt. ­Einer ihrer Leitgedanken ist: „gut für mich und gut für alle“. Denn Teams brauchen eine starke Verbindung zueinander, um den Anforderungen des Alltags standzuhalten.

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